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Flucht statt Karriere

In Olga Grjasnowas Roman “Gott ist nicht schüchtern” zerstört der Krieg die Träume eines Arztes und einer Schauspielerin und degradiert sie zu Geflüchteten

Literatur kann Schmerzen verursachen – und zwar immer dann, wenn sie Gewalt, Leid, Krieg und Tod so plastisch und eindringlich schildert, dass man die Szenen unmittelbar vor Augen zu haben glaubt. Leser, die solche Bilder nicht ertragen, sollten die Finger lassen von Olga Grjasnowas mittlerweile dritten Roman. In „Gott ist nicht schüchtern“ erzählt die 33-jährige deutsch-aserbaidschanische Autorin eine alles andere als bekömmliche Geschichte. Genaugenommen erzählt sie zwei Geschichten. Zum einen die von der jungen Schauspielerin Amal, die – noch während ihres Studiums in Damaskus – als Hauptdarstellerin einer Fernsehserie gerade kurz davor ist, so richtig durchzustarten. Zum anderen die Geschichte von Hammoudi, der vor wenigen Wochen sein Medizinstudium in Frankreich mit Auszeichnung abgeschlossen und bereits einen lukrativen Arbeitsvertrag mit einem renommierten Pariser Krankenhaus in der Tasche hat.

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Menschen im Wartemodus

Erpenbeck - gehen

Jenny Erpenbeck schreibt über Flüchtlingsschicksale in Berlin

Aktueller geht es kaum. In ihrem neuen Roman „Gehen, ging, gegangen“ setzt sich Jenny Erpenbeck mit genau dem Thema auseinander, das seit Wochen die öffentlichen Debatten beherrscht – der Flüchtlingsfrage. Ausgangspunkt ihres Romans ist das Protestcamp, mit denen Geflüchtete zwischen 2012 und 2014 auf dem Berliner Oranienplatz gegen das Asylverfahrensgesetz demonstrierten. Die 1967 in Berlin geborene Autorin hat mit einigen von ihnen Gespräche geführt, recherchiert und alles zu einer Art Tatsachenroman verarbeitet.

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