Archiv der Kategorie: Bremen

Elements of Lehmann

Ein Sven-Regener-Abend mit Texten & Songs des Autors

23. November 2017 um 19.30 Uhr

im Kukoon (Bremen-Neustadt)

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Hochgeschwindigkeitslesung

Sven Regener ist zum ersten Mal in der Bremer Glocke zu Gast, hat aber dennoch ein Heimspiel bei der Vorstellung seines Romans „Wiener Straße“ – daran ändert auch sein extrem hohes Lesetempo nichts.

Das Berlin-Kreuzberg der frühen Achtzigerjahre scheint ein irrer Kosmos voller schräger Vögel gewesen zu sein. Da hausen Leute in komplett matt-schwarz gestrichenen Wohnungen, spazieren mit Kettensägen durchs Viertel, versammeln sich morgens in der Kneipe zur kollektiven Kaffeemaschinen-Reparatur, schenken in Intimfriseurläden beim Haarewaschen Dosenbier aus oder stellen „verbrannten deutschen Kuchen“ in die Vitrine und nennen das Ganze dann Kunst. Überhaupt scheint beinahe komplett alles Kunst zu sein, was da in den Kneipen, Cafés und besetzten Häusern getrieben wird. Und so verwundert es kaum, dass die Kunst das eigentliche Thema in „Wiener Straße“ ist, dem neuen Roman des Musikers und Schriftstellers Sven Regener.

Der 1961 in Bremen geborene und seit 1982 in Berlin lebende Sänger der Band Element of Crime hat als Schriftsteller mit seiner Lehmann-Trilogie inzwischen einen gewissen Kultstatus erlangt. Sein Debütroman „Herr Lehmann“ wurde 2003 von Leander Haußmann mit Detlef Buck und Christian Ulmen in den Hauptrollen verfilmt, und im Sommer lief die Verfilmung seines letzten Romans, „Magical Mystery“, in den Kinos. Doch damit ist die Erfolgstory noch lange nicht am Ende, denn mit „Wiener Straße“ ergatterte Regener im Spätsommer gar einen Platz auf der stets viel beachteten Longlist des Deutschen Buchpreises. Somit hat nun auch der sogenannte gehobene Literaturbetrieb den Autor geadelt.

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Laloire schlägt auf

Marion Poschmann – 16. November 2017 um 18 Uhr

Stadtbibliothek Bremen (Krimibibliothek)

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Jonglier-Intervention

Straßenszene. Breitenweg, Ecke Hillmannstraße. Als die Ampel auf Rot springt und die Autos, die aus Richtung Utbremen herangerauscht kommen, halten müssen, rennen drei junge Männer auf die zweispurige Straße, positionieren sich vor den Autos und jonglieren für einige Sekunden – der eine mit Bällen, der zweite mit Keulen und der dritte mit einem Diabolo.

Eine knappe, präzise Choreografie auf dem Asphalt unter der Hochstraße; dann verbeugen sich die drei kurz, nehmen ihre Mütze ab und huschen damit rasch zwischen die Autos, um sie den Fahrern wie Klingelbeutel hinzuhalten. Einige kurbeln ihre Fenster runter, lassen Münzen in die Mützen fallen, andere zucken nur mit den Schultern oder hupen.

Als die Ampel auf Grün springt, hechten die drei zur Seite, zählen rasch ihre Einnahmen, stecken die Münzen in ihre Hosentaschen, ziehen sich die Mützen wieder über und springen erneut auf die Straße, als die nächsten Autos vor der Ampel halten …

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Casanova im Keller

Im kleinsten Theater Bremens rückt der Schauspieler Benedikt Vermeer seinem Publikum in einem Kellerraum mit inszenierter Literatur ganz dicht auf die Pelle

Bereits auf der Straße begrüßt Benedikt Vermeer jeden einzelnen seiner Gäste persönlich und weist den Weg hinunter zu seinem kleinen Theater. Über eine Treppe gelangen die Besucher in den Keller. Dort stehen Wein, Wasser und Gläser zur Selbstbedienung bereit. Eine Kasse gibt es nicht, denn kassiert wird nach der Vorstellung, und zwar nach dem Prinzip: jeder so viel, wie er kann.

Nach und nach nehmen die Gäste in dem 140 Jahre alten Weinkeller auf den Stühlen Platz. Auf den roten Kissen sitzt man bequem, die Atmosphäre im schummrigen Licht des holzvertäfelten Raumes ist angenehm. Die Zuschauer flüstern, im Hintergrund läuft ein französisches Chanson, eine große Standuhr schlägt acht. Schlüsselrasseln. Vermeer tritt ein, schließt die Tür hinter sich und begrüßt sein Publikum ein zweites Mal: „Herzlich willkommen im Literaturkeller, dem Theater mit der größten Auslastung in Bremen.“

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Laloire schlägt auf

Lukas Bärfuss – 21. September 2017 um 18 Uhr

Stadtbibliothek Bremen (Krimibibliothek)

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„Das war Theater gegen die Norm“

Der Schauspieler Mateng Pollkläsener im Porträt

Wer das theatre du pain (tdp) kennt, kennt Mateng Pollkläsener. Das ist der mit den großen Augen, den wenigen Haaren auf dem Kopf und dem unglaublichen Repertoire an Grimassen. Das ist der Berserker, der mit einer Motorsäge durchs Publikum marschiert, allein mit weißer Feinrippunterhose bekleidet über die Bühne tanzt oder seinen Ellbogen in einer Pfanne brät. Pollkläsener in einer Show des tdp ist Energie pur. Besucht man den Schauspieler in Hemelingen, wo er seit über 25 Jahren wohnt, dann ist das natürlich ein anderer Pollkläsener, der einen willkommen heißt und auf der Terrasse seines Hauses Latte macchiato und Kuchen auftischt. Vitalität strahlt der 56-Jährige hier allerdings nicht minder aus, wenn er sogleich schwungvoll zu erzählen beginnt – von seiner Kindheit im nordrheinwestfälischen Wiedenbrück, den Torten seines Vaters, den Stullen der Mutter, den ersten Bühnenerfahrungen beim Gemeindekarneval und den Rolling-Stones-Tonbändern seines vier Jahre älteren Bruders Uli. „Uli war mein musikalischer Vorreiter“, sagt Pollkläsener. Der Bruder war es dann auch, der ihn später nach Paderborn lockte. Nachdem er seine Tischlerausbildung abgeschlossen hatte, meldete er sich im Paderborner Erwachsenenkolleg an, um sein Abitur nachzuholen, zog bei seinem Bruder ein und sang nebenbei in dessen Straßenband, die sich vor allem durch ihre schräge Performance auszeichnete. „Da habe ich meine Liebe zu verrückten Dingen entdeckt“, sagt Pollkläsener heute, „uns war nichts zu peinlich.“

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