Monatsarchiv: Dezember 2016

Lehmanns Lebensinhalt

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„Moment mal“, sagte Herr Lehmann. „Was soll das heißen, Lebensinhalt? Lebensinhalt ist doch ein total schwachsinniger Begriff. Was willst du damit sagen, Lebensinhalt? Was ist der Inhalt eines Lebens? Ist das Leben ein Glas oder eine Flasche oder ein Eimer, irgendein Behälter, in den man was hineinfüllt, etwas hineinfüllen muß sogar, denn irgendwie scheint sich ja die ganze Welt einig zu sein, daß man so etwas wie einen Lebensinhalt unbedingt braucht. Ist das Leben so? Nur ein Behältnis für was anderes? Ein Faß vielleicht? Oder eine Kotztüte?“

Sven Regener, Herr Lehmann

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Im Erinnerungskarussell

lange-mueller

Katja Lange-Müller lässt ihre Romanheldin in der Drehtür stecken

Asta Arnold steht im Münchner Flughafen vor einer Drehtür, raucht eine Zigarette nach der anderen und denkt nach – über Gutsleberwurst, deutsche Redewendungen, ihre Vergangenheit und das, was die Zukunft möglicherweise für die Mittsechzigerin noch bereithalten könnte. Die letzten 22 Jahre ist sie als Krankenschwester in aller Welt für internationale Hilfsorganisationen im Einsatz gewesen; zuletzt in Nicaragua in einer Klinik, in der die Kollegen ihr ein One-Way-Ticket nach München geschenkt haben, um sie endlich loszuwerden.

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Italienische Affären

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Marlene Streeruwitz schickt ihre Heldin für ein Abenteuer nach Italien

Italien ist nach wie vor ein beliebter Schauplatz literarischer Werke. Nicht nur die beiden Protagonisten der frisch mit dem Deutschen Buchpreis prämierten Novelle „Widerfahrnis“ brechen zu diesem Sehnsuchtsort auf, sondern auch die titelgebende Heldin in Marlene Streeruwitz’ Roman „Yseut“. Die Endsechzigerin quartiert sich in einer norditalienischen Villa ein, in der einst Byron gewohnt haben soll. Von dort aus möchte die aus Wien stammende Linguistin einige Drehorte von Antonioni-Filmen abklappern, findet dafür indes nur wenig Zeit. Kaum ist sie in der Villa angekommen, ist sie mit regionalen Machtkämpfen konfrontiert, die im Umkreis der Villa ausgetragen werden. Welche Rolle dabei die Contessa spielt, die das Hotel in der Villa betreibt, bleibt ihr rätselhaft. Genauso rätselhaft wie die Motive des knapp 20 Jahre jüngeren Mafiosos, der trotz seiner brutalen Ausstrahlung, mit allerlei Avancen um Yseut wirbt.

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