Monatsarchiv: März 2016

Wort der Woche

fernrohr

 

 

Graupelschauder

 

 

 

 

 

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Schoko statt Mathe

 Homer-Sand

Letzte Nacht habe ich von zwei Schokoosterhasen geträumt. Der eine war bloß daumengroß und mit buntem Alupapier bekleidet, der andere war so groß wie mein Unterarm und in transparente Folie gewickelt, die einen freien Blick auf seinen Vollmilchschokoladenkörper zuließ.

Die beiden kamen mir sehr bekannt vor, ein Gespräch entwickelte sich dennoch nicht zwischen uns, obwohl die zwei Hasen recht lebendig und aufgeschlossen auf mich wirkten und wir drei zusammen auf einem Sofa in irgendeinem Wartezimmer saßen.

Worauf wir genau warteten, kann ich nicht sagen, vermutlich ging es aber um eine Prüfung, denn kurz darauf stand ich in einem Schulklassenzimmer mit einem Stück Kreide vor einer Tafel, während meine stets grimmig dreinschauende Mathematiklehrerin Frau Hackmann mich aufforderte, irgendwelche Gleichungen zu lösen, und auf eine Nachfrage von mir sagte:

„Das ist Stoff der siebten Klasse! Das müssen Sie wissen!“

Da Mathematikträume stets Albträume sind, erwachte ich zum Glück kurz darauf, sodass ich nicht sagen kann, ob die Schokoosterhasen ebenfalls von Frau Hackmann in die Mathemangel genommen wurden. Ich wünsche ihnen aber von ganzem Herzen, dass ihnen diese Prüfung erspart blieb und sie vorher von kleinen lieben Kindern entkleidet und verputzt wurden.

Frohe Ostern!

 

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Sprachexpressive Dystopie

Jirgl-sw

In seinem Roman „Nichts von euch auf Erden“ überrascht Reinhard Jirgl zwar mit einem düsteren Science-Fiction-Szenario, zeigt sich jedoch einmal mehr als experimentierfreudiger Sprachkünstler.

Das Universum ist ein Sehnsuchtsraum, der die Fantasie des Menschen beflügelt und ihn von abenteuerlichen Expeditionen in ferne Galaxien träumen lässt. In der Realität ist die Menschheit indes weit davon entfernt, mit bemannten Raumschiffen die Weiten des Weltalls zu bereisen oder auf anderen Planeten Kolonien zu gründen. In 500 Jahren allerdings dürfte die Raumfahrt etwas weiter sein. Pioniere der Weltraumforschung könnten vom Mars Besitz ergriffen haben und daran arbeiten, den Roten Planeten mithilfe der Wissenschaft in eine neue Erde zu verwandeln.

Dieses Szenario zeichnet zumindest Reinhard Jirgl in „Nichts von euch auf Erden“. Der 1953 in Ost-Berlin geborene Schriftsteller ist bisher nicht im Science-Fiction-Genre in Erscheinung getreten, und sein neuer Roman lässt sich dieser Gattung auch nur bedingt zuordnen – er steht vielmehr in der Tradition des Alten Testaments, der klassischen Sagen der Antike oder anderer mythischer Epen. Und wie jedes große Epos sich durch seine Sprache auszeichnet, hat auch Jirgl für sein Werk eine besondere Sprachform entwickelt, die sich sowohl in der Redeweise der handelnden Personen als auch in der Orthografie, Zeichensetzung und Grammatik von unserem herkömmlichen Deutsch unterscheidet. Dieser expressive Schreibstil kennzeichnet bereits andere Bücher Jirgls und wurde in den letzten Jahren vom Feuilleton gefeiert sowie mit zahlreichen Auszeichnungen honoriert (unter anderem mit dem Georg-Büchner-Preis 2010 und dem Bremer Literaturpreis 2006).

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Rollkoffer-Division

platte Karre

Ein Dutzend Frauen, alle um die Fünfzig, marschieren am Bahnsteig auf mich zu, begleitet vom Sound ihrer Rollkoffer, die sie hinter sich herziehen – jede Einzelne von ihnen mit einem eigenen kleinen Koffer in der Gefolgschaft. Schwarz glänzende Hartschalen auf Miniaturrädchen, mit pinkfarbenem Nylon bespannte Trolleys auf Kunststoffrollen, bunte Kinderkoffer auf Hartgummirollen, rumpelnde Köfferchen in Mint, Zitrone und Waldmeister, die mich, den trolleylosen Rucksackträger, alle nicht beachten, als sie an mir vorüberrappeln, ihren Befehlshaberinnen hinterher, Richtung Raucherzone, in der sich die Rollkoffer-Division in einem gelb umrandeten Viereck neu formiert, das Feuer eröffnet und vor sich hinqualmt.

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Wort der Woche

fernrohr

 

 

Brimborium

 

 

 

 

 

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Romantitel (Copyright)

Ichversionen

Der Mann, der sein Ich ausschwitzte und nicht wiederfand

 

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Zukunftsvision zum Abgewöhnen

Duve-sw

In 15 Jahren ist Olaf Scholz zwar Kanzler, aber ansonsten herrscht in der Bundesrepublik Staatsfeminismus. Die Frauen sind an der Macht, streiten für eine bessere Welt und kontrollieren den CO2-Verbrauch jedes einzelnen Bürgers. Der Klimawandel hat Deutschland dennoch fest im Griff, sodass tropische Temperaturen auch in Hamburg keine Seltenheit mehr sind. So sieht die Zukunft aus – zumindest in Karen Duves neuem Roman „Macht“.

Viele Führungskräfte sind „Egoisten, Hohlköpfe und Psychopathen“, die aufgrund ihrer Raffgier den bevorstehenden Klimakollaps ignorieren und die Menschheit damit um ihre Zukunft bringen. Diese leicht pauschal anmutende Analyse stammt aus Karen Duves Kampfschrift „Warum die Sache schiefgeht“, in der sie vor anderthalb Jahren die Karrierestrukturen der Konzerne, Banken und Parteien anprangerte, da diese so beschaffen seien, dass allein die „raffgierigsten, rücksichtlosesten und niederträchtigsten Charaktere“ diese Positionen erreichten.

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