Archiv der Kategorie: Blog

NEO – Magazin für urbanes Leben

„Bremens größter Stadtteil, die Neustadt, wird zu einem Ort, in dem das Leben tief durchatmet. Ideen sprießen, neue Läden, Bars und Restaurants eröffnen, und der Stadtteil wird zum urbanen Raum. Die unterschiedlichsten Menschen suchen ihr Glück links der Weser. Die Gentrifizierung schreitet voran. Noch nimmt die Subkultur sich ihren Raum. Manche befürchten, dass Alteingesessene durch erhöhte Mieten verdrängt werden könnten – andere hoffen auf ein harmonisches Zusammenleben und schaffen soziale Räume.

Dies ist NEO. NEO ist neu, frisch, aber auch ungewöhnlich und vielseitig. NEO will die Entwicklung der Neustadt zum Schauplatz urbanen Lebens als Verstärker begleiten. NEO will Kultur unterstützen, will bewegen und Geschichten erzählen, möchte Menschen und Projekte vorstellen mit Ideen für den Stadtteil. NEO mag Musik, Theater, Literatur und Kunst. Unser Magazin verbindet Zeitgeist mit Zeitlosigkeit, Punk mit Straßenrap, Pop mit Literatur und ein stilvolles Design mit hochwertigen Texten, Fotos und Illustrationen. Alles links der Weser. In dieser ersten Ausgabe beschäftigen wir uns mit dem Machen, Sehen, Hören, Gucken, Genießen, Treffen, Kennenlernen und Träumen der Neustadtmenschen.“

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Kermani. Ein Plädoyer für den Dialog – Buchmessensplitter III

Navid Kermani plädiert für den Dialog. Die Haltung, man wisse alles besser und die anderen müssten auch so werden, verstärke letztlich nur die Abwehr. So werde man nicht zusammenkommen. Er bricht eine Lanze fürs Zuhören und den Austausch und sagt von sich: „Ich bin viel neugieriger auf die, die nicht meiner Meinung sind als auf jene, die sowieso die gleiche Meinung haben.“

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Die Žižek-Show. Für eine neue Linke und gegen das Glück – Buchmessensplitter II

Wenn Slavoj Žižek auf dem Blauen Sofa erst einmal loslegt, kommt der Moderator kaum noch zu Wort. Ständig in Bewegung, auf dem Sitz hin- und herrutschend, mit dem Oberkörper vor- und zurückwippend und mit den Armen wild gestikulierend gibt der Philosoph den Alleinunterhalter. Glaube und Sex hätten eine Gemeinsamkeit, sagt er, beide strebten nach dem Höchsten. Munter teilt er gegen die Linke und die sozialdemokratischen Parteien Europas aus, die es aufgrund ihres neoliberalen Kurses ermöglicht hätten, dass rechte Populisten ihre Ideen klauen konnten. Der Aufstieg der rechten Parteien sei eine Folge des Scheiterns der Linken. Es brauche eine neue Linke. Da kann man noch ganz gut mitgehen. Sind ja auch nicht so ganz neu diese Thesen.

Doch gegen Ende des 30-minütigen Monologs läuft Žižek so richtig heiß, antwortet auf die rasch eingeworfene Zwischenfrage des Moderators, was er vom Glück halte: „Ich bin absolut gegen das Glück.“ Die Suche nach dem Glück sei nicht sinnvoll, sie sei eine Kategorie für Feiglinge. „Sie werden mich vermutlich für einen Nazi halten, aber ich würde diese ganzen Bücher über das Glück verbrennen.“ Und dann legt er – mit seiner Lust an der polemischen Provokation – nach: „Ich bin gegen Goebbels, aber weil er die falschen Bücher verbrannt hat.“

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Sperrige Literatur. Nicht für jedermann! – Buchmessensplitter I

Nachdem die Bahn mich mit knapp anderthalbstündiger Verspätung und doppeltem Zugwechsel am Helmstedter Bahnhof in Leipzig abgesetzt hat, ist die Preisverleihung auf der Buchmesse bereits gelaufen. Zumindest die letzten 10 Interview-Minuten der Preisträgerin Esther Kinsky (in der Kategorie Belletristik) auf dem Blauen Sofa bekomme ich noch mit. „Hain. Geländeroman“ wurde also ausgezeichnet.

Tatsächlich hatte ich vorab auf Kinsky getippt, obwohl ich es vorab noch nicht gelesen hatte. Aber es schien mir – nach allem, was ich darüber gelesen und gehört hatte – ein Buch, für das sich eine Jury begeistern könnte. Ein schwieriges, ein sperriges Buch, das nicht für jeden sei und dass man langsam lesen müsse, hieß es von Seiten der Jury dann auch.

Mal schauen, ob man damit die abhanden gekommenen Leser*innen zurückgewinnen kann. Beherrschendes Gesprächsthema wird dieser Geländeroman in den kommenden Wochen vermutlich nicht sein. Und genau das sei ein Problem, meint der Soziologe Heinz Bude während eines Gesprächs auf der Messe: „Das Buch ist kein Konversationsthema mehr“.

 

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Clemens-Setz-Bot-Lektüre

Bagger sind die besseren Dinosaurier.“

Das neue Buch von Clemens J. Setz ist frisch bei mir eingetroffen. Bin gespannt auf „Bot. Gespräch ohne Autor“, in dem Setz die Fragen einer Journalistin nicht persönlich beantwortet, sondern von seinem (Millionen von Zeichen umfassenden) elektronischen Tagebuch beantworten lässt – also quasi von einem Clemens-Setz-Bot. Hübsche Idee, die zu Setz passt, den ich für einen der spannendsten deutschsprachigen Gegenwartsautoren halte. „Indigo“ ist einer der eigenwilligsten Romane, die ich in den vergangenen Jahren gelesen habe, und „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ einer der besten.

Habe bereits in Bot kurz reingelesen und schon ein paar Perlen entdeckt. Neben dem oben zitierten Satz unter anderem folgende kuriose Anekdote (Setz besitzt offenbar eine große Vorliebe für Kuriositäten):

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Yan Jun – GEGEN ALLE ORGANISIERTEN LÜGEN

gestern nacht träumte ich von sojasoße, gestern nacht begann ich zu wachsen.

gestern nacht ging die wüste weit fort, wie ein seufzen. ich habe die wolken

gehört, unterm dachstuhl, während der letzte von den jungen, die weggehen

mussten, als man ihre häuser abriss, seine zigarette aufrauchte. weil gestern

nacht keine frau weinen wollte, wurde shanghai eine stadt aus holzpferden.

weil kein nebel über die brücken kommen wollte, wurde guangzhou ein

tablettenhimmel. und in xining gingen die lichter aus, während jemand sein

messer versteckte und über eine straße rannte, die mit schaföl bespritzt war.

gestern nacht verließ der gott von beijing die stadt.

 

gegen alle organisierten lügen!

 

gegen treffen bei dämmerung unter frühen sternen. gegen das schreien

meines namens von einer baumspitze, gegen schreien im niesleregen. gegen

kapitalistische kontemplation. gegen zweigesichter und dreimesser. gegen die

reinkarnation toter seelen in anderen leichen. gegen die senkung meines iqs

durch dich. gegen die unterbrechung eines films nach der hälfte, wenn das licht

unsere deckmäntel reißt, hält die albtraumfee in der luft an. sie hat keine liebe,

sie hat keine zukunft, ihre einsamkeit ist unsere einsamkeit … gegen macht.

 

zum flohmarkt unsterbliche und unvergängliche!

 

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Steckerzieher

Immer die gleichen drei Dinge, die mir den Stecker ziehen: die Freundlichkeit der Welt, die Schönheit der Natur, kleine Kinder.“

[Wolfgang Herrndorf, Arbeit & Struktur, S. 94]

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