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Einsame Sessel hinterm Buchstabenbeat

gebiss

Die zwei roten Sessel auf der Bühne, auf die sich während der gesamten Lesung niemand setzt, weil die ersten drei Sprechkünstler*innen alle zum Stehpult gehen und dort ihre Gedichte lesen.

Nur der kleine Tisch, der mit Gläsern (und einer Wasserflasche auf seiner runden Platte) vor den Sesseln steht, wird einmal bewegt, weil er im Weg steht, als der vierte Dichter Platz braucht, um seine Lyrik frei zu performen.

Und der Platz wird genutzt: Julien Delmaire verdeutlicht, was das ist, ein Spoken Word Poet. Ein Rhythmus, ein Beat, der die Füße mitwippen und einen vergessen lässt, auf den Zettel zu schauen, auf dem die französischen Verse übersetzt werden.

Da vorne, da zelebriert jemand seine Poesie mit so viel Energie, dass daraus Musik wird – und tatsächlich erinnert das alles manchmal an Hip-Hop, manchmal an Reggae.

„Poesie ist Performance“, meint der brasilianische Spoken Word-Kollege. Yep.

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Soundtrack der Spoken Word Poeten

louis

Im Sparkassen-Foyer-Café. Poetry Noon mit vier Sprechdichter*innen.

Die Begrüßung zur Lesung beginnt, und im Hintergrund gehen die Türen zur Schalterhalle auf & zu, auf & zu …

Auf. Der Wind weht Auto-, Stimmen- & Straßenbahngeräusche rein.

Zu. Kleinkindergebrabbel, Gespräche vor Bankautomaten, die hinter den provisorisch aufgestellten Trennwänden stehen. Der Tastensound der Geldmaschinen. Das Knattern des Geldausspuckens.

Der Soundtrack der Lesung sozusagen, den man irgendwann ausblendet, weil da vorne auf der Bühne Verse vibrieren; „Flitzgedichte, die uns blitzschnell überholen“; Jazz-Poems mit Air Jordan– & Louis Armstrong-Einlagen; „scharftöniger Zoff“, der sich in den Hirnwindungen verkantet …

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