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Im Beziehungskarussell des Jungschauspielers

Nachdem er bereits einige Wochen auf meinem Bücherstapel gewartet hat, habe ich endlich den aktuellen Roman von Meyerhoff gelesen. „Die Zweisamkeit der Einzelgänger“ ist der vierte Teil in Meyerhoffs autobiografischem Erzählzyklus „Alle Toten fliegen hoch“. Nachdem er im ersten Band von seinem USA-Aufenthalt, im zweiten von seiner Kindheit auf dem Psychiatriegelände im norddeutschen Schleswig und im dritten von seinem Theaterstudium in München erzählt hat, berichtet er nun von seiner Zeit als Nachwuchsschauspieler in Bielefeld und Dortmund – die vor allem von Frauen geprägt gewesen zu sein scheint.

Endlich hat er das nervenaufreibende Studium hinter sich gebracht, ist ausgebildeter Schauspieler und muss dennoch feststellen, dass ihn das Theaterspielen in erster Linie frustriert. Der 23-jährige Icherzähler ist davon überzeugt, den Job verfehlt zu haben; denn alles, was da im Bielefelder Stadttheater aufgeführt wird, kommt ihm belanglos vor. Er sehnt sich nach etwas Wahrhaftigem und schwingt deshalb immer mal wieder pseudo-revolutionäre Reden, in denen er eine neue Form von Theater fordert, wofür er von seinen älteren Kollegen allerdings bloß müde belächelt wird.

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