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„Das war Theater gegen die Norm“

Der Schauspieler Mateng Pollkläsener im Porträt

Wer das theatre du pain (tdp) kennt, kennt Mateng Pollkläsener. Das ist der mit den großen Augen, den wenigen Haaren auf dem Kopf und dem unglaublichen Repertoire an Grimassen. Das ist der Berserker, der mit einer Motorsäge durchs Publikum marschiert, allein mit weißer Feinrippunterhose bekleidet über die Bühne tanzt oder seinen Ellbogen in einer Pfanne brät. Pollkläsener in einer Show des tdp ist Energie pur. Besucht man den Schauspieler in Hemelingen, wo er seit über 25 Jahren wohnt, dann ist das natürlich ein anderer Pollkläsener, der einen willkommen heißt und auf der Terrasse seines Hauses Latte macchiato und Kuchen auftischt. Vitalität strahlt der 56-Jährige hier allerdings nicht minder aus, wenn er sogleich schwungvoll zu erzählen beginnt – von seiner Kindheit im nordrheinwestfälischen Wiedenbrück, den Torten seines Vaters, den Stullen der Mutter, den ersten Bühnenerfahrungen beim Gemeindekarneval und den Rolling-Stones-Tonbändern seines vier Jahre älteren Bruders Uli. „Uli war mein musikalischer Vorreiter“, sagt Pollkläsener. Der Bruder war es dann auch, der ihn später nach Paderborn lockte. Nachdem er seine Tischlerausbildung abgeschlossen hatte, meldete er sich im Paderborner Erwachsenenkolleg an, um sein Abitur nachzuholen, zog bei seinem Bruder ein und sang nebenbei in dessen Straßenband, die sich vor allem durch ihre schräge Performance auszeichnete. „Da habe ich meine Liebe zu verrückten Dingen entdeckt“, sagt Pollkläsener heute, „uns war nichts zu peinlich.“

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Eine englische Filminsel in Bremen

Das Geniale am Leben ist, dass man zu Anfang nicht den blassesten Schimmer hat, welche Volten es schlägt und wohin es einen führt. Allerlei Wendungen hat das Leben für Frank Mc Girr bereitgehalten. Als er vor 48 Jahren in einem kleinen Nest an der rauen Nord-Atlantik-Küste Irlands das Licht der Welt erblickte, war sicherlich nicht abzusehen, dass er eines Tages in einer norddeutschen Volkshochschule einen „English Film Club“ ins Leben rufen würde.

Inmitten von 20 Teilnehmern steht Mc Girr im Tanztheaterraum der VHS und wirft eine Frage in die Runde. Schnell entspinnen sich innerhalb von Zweierteams Gespräche auf Englisch. Im Laufe der kommenden 90 Minuten werden verschiedene Themen angeschnitten, die alle mit dem Film zusammenhängen, der in der folgenden Woche im Filmclub läuft. Mc Girr horcht in die Gespräche hinein, schaltet sich hier und da ein und führt die Dialoge schließlich in einer großen Runde zusammen. Er hält die Fäden in der Hand, treibt die Diskussionen voran, wählt die Filme aus, schickt den Kursteilnehmern per E-Mail Material zur Vorbereitung. Der Filmclub ist sein Baby.

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