Schlagwort-Archive: Weltuntergangsgeschichte

Durchgeknallte Wiener Melange

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Die Weltgeschichte hat in Hannes Steins aberwitzigem Debütroman „Der Komet“ eine vollkommen andere Richtung eingeschlagen und den Europäern somit manches erspart.

Das 20. Jahrhundert war für Europa äußerst angenehm. Weder gab es nennenswerte Kriege oder Revolutionen, noch größenwahnsinnige Diktatoren, die den kompletten Kontinent zu unterwerfen anstrebten. Stattdessen lebten die verschiedenen Monarchien und die Republik Frankreich friedlich nebeneinander. Während die k.u.k. Monarchie Österreich-Ungarn sich weiterhin als Nabel der Welt verstand und eine Vielzahl von Nationen unter seinem Dach vereinte, gingen aus dem friedfertigen wie kulturliebenden Deutschen Reich so ziemlich alle technischen Innovationen der Moderne hervor. Jenseits des Atlantiks passierte hingegen wenig: Amerika blieb ein „Land der Kuhhirten und Indianer (…), das in weltpolitischen Fragen strikte Neutralität wahrte“.

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11 – Unterkühlter Abschied von der Zivilisation

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Heinz Helle schickt eine Männerclique in eine postapokalyptische Landschaft

Der beruhigende Klang von explodierendem Kerosin“ – das ist der kuriose Titel von Heinz Helles exzellentem Debüt, dem 2014 sogleich der Sprung auf die Shortlist des Schweizer Buchpreises gelang. In diesem Jahr legte der 37-Jährige rasch mit einem zweiten Kurzroman nach, der es auf die Longlist des Deutschen Buchpreises schaffte und ebenfalls mit einem originellen Titel aufwartet: „Eigentlich müssten wir tanzen“. Während Helle in seinem Erstling mit einem eigenwilligen Sound von einem Philosophie-Doktoranden erzählt, der in New York mit seinen Gedanken und seiner Liebesunfähigkeit ringt, rückt er dieses Mal eine Männerclique ins Zentrum seiner Geschichte.

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