NEO – Magazin für urbanes Leben

 

„Bremens größter Stadtteil, die Neustadt, wird zu einem Ort, in dem das Leben tief durchatmet. Ideen sprießen, neue Läden, Bars und Restaurants eröffnen, und der Stadtteil wird zum urbanen Raum. Die unterschiedlichsten Menschen suchen ihr Glück links der Weser. Die Gentrifizierung schreitet voran. Noch nimmt die Subkultur sich ihren Raum. Manche befürchten, dass Alteingesessene durch erhöhte Mieten verdrängt werden könnten – andere hoffen auf ein harmonisches Zusammenleben und schaffen soziale Räume.

Dies ist NEO. NEO ist neu, frisch, aber auch ungewöhnlich und vielseitig. NEO will die Entwicklung der Neustadt zum Schauplatz urbanen Lebens als Verstärker begleiten. NEO will Kultur unterstützen, will bewegen und Geschichten erzählen, möchte Menschen und Projekte vorstellen mit Ideen für den Stadtteil. NEO mag Musik, Theater, Literatur und Kunst. Unser Magazin verbindet Zeitgeist mit Zeitlosigkeit, Punk mit Straßenrap, Pop mit Literatur und ein stilvolles Design mit hochwertigen Texten, Fotos und Illustrationen. Alles links der Weser. In dieser ersten Ausgabe beschäftigen wir uns mit dem Machen, Sehen, Hören, Gucken, Genießen, Treffen, Kennenlernen und Träumen der Neustadtmenschen.“

Nischen der Subkultur

Neben all dem Hype um die beeindruckende Entwicklung des Neustädter Nacht- und Kulturlebens durch junge kreative Leute in den vergangenen vier, fünf Jahren (Dete, Kukoon, Karton, Papp, Panama, Charlotte Gainsbourgh, Mêyman, Jurtencamp etc.) darf man nicht vergessen, dass es hier eigentlich schon immer auch Raum für Experimente gab. Neben eigenwilligen Kneipen, Bars und Cafés (Connection, Mono, Auszeit, Gastfeld, Gondi, Radieschen, Kuß Rosa u.v.a.) existierten in der Neustadt stets auch subkulturelle Nischen: Mini-Subkultur-Zentren wie der Grüne Zweig in der Erlen- oder das Kurzschluss in der Lahnstraße; schräge Temporär-Kneipen wie das Elektro Gutjahr in der Kant- oder die Tischtenniskneipe in der Sedanstraße; schrundig charmante Orte für Konzerte, Partys oder andere Veranstaltungen wie die G18 in der Grünenstraße, das Marnic-Circus-Atelier in der Silberschmiede oder die WG im Neustädter Güterbahnhof.

Sicherlich ließen sich noch einige mehr nennen, auch wenn der eine oder andere dieser Orte längst verschwunden ist oder sich in etwas anderes verwandelt hat, während dafür anderswo Neues entstanden ist. Angesichts der aktuellen Entwicklung ist es sicherlich eine spannende Frage, ob der Freiraum für solche subkulturellen Nischen – die mit ihren begrenzten Möglichkeiten stets ganz bewusst nur einen kleinen Kreis von Leuten ansprechen – möglicherweise in den kommenden Jahren schrumpfen wird. Insbesondere in Anbetracht einer einsetzenden Gentrifizierung mit den klassischen Verdrängungsszenarien sollte man nicht vergessen, wie stark diese subkulturellen Nischen die Neustadt stets auf Neue bereichert und Impulse für Entwicklungen gesetzt haben – und dies hoffentlich auch weiterhin tun werden.

(Auszug aus dem Neo-Magazin, Ausgabe 1, März 2018)

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