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Staunen lernen, um zu leuchten

In der Weltliteratur dem Sinn des Lebens auf der Spur

Die Frage nach dem Sinn des Lebens hat die seriös betriebene Philosophie eigentlich längst in die Esoterikecke verbannt. So gesehen gehen die beiden amerikanischen Philosophen Hubert Dreyfus und Sean Dorrance Kelly ein kleines Wagnis ein, wenn sie in ihrem Werk „Alles, was leuchtet“ anhand der Literaturgeschichte der Sinnfrage nachspüren. Ausgangspunkt ihrer Suche ist der ihrer Meinung nach vorherrschende Nihilismus unserer säkularen Gegenwart. Ob Gott nun tatsächlich tot ist (wie Nietzsche seinen Zarathustra behaupten ließ) oder nicht – für ein Gros der abendländisch geprägten Zivilisation haben die traditionellen Wertesysteme längst an Bedeutung eingebüßt. Der Mensch der westlichen Welt des 21. Jahrhunderts richtet sein Leben nicht nach irgendwelchen Gottesgeboten aus, sondern entscheidet eigenständig über die Richtung.

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Himmel oder Hölle

Zwischen einem Wunder und Dante bewegt sich Sibylle Lewitscharoffs Roman

Was soll man von einem Literaturwissenschaftler halten, der behauptet, alle seine Kollegen seien während eines Kongresses zum Himmel aufgefahren? Vermutlich hielte man ihn für verrückt – auch er selbst schwankt hin und her, ob er die Himmelfahrt tatsächlich miterlebt hat oder nicht doch übergeschnappt ist. Und so sitzt Professor Gottlieb Elsheimer nun in seiner Frankfurter Wohnung und rekapituliert in einem inneren Monolog die Ereignisse jenes Mai 2013. An diesem Pfingstwochenende hat sich der Dante-Experte mit anderen internationalen Größen seiner Zunft im Saal der Villa Malta auf dem Römer Aventin versammelt, um sich ausgiebig Dantes „Göttlicher Komödie“ zu widmen.

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