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Stoppuhr-Dichtung

uhr

10 Minuten. Ich lese was ganz anderes, aber 10 Minuten. Das stoppe ich auch.“

Sagt der Büchnerpreisträgerdichter Grünbein als Erstes, legt sein Mobiltelefon neben das Manuskript und dann direkt los; liest seine Verse und hält nur kurz inne, als nach den ersten zwei Versen des letzten Gedichts der Handywecker klingelt, da die 10 Minuten abgelaufen sind.

Na, das lese ich jetzt zu Ende.“

Wäre eigentlich ziemlich cool gewesen, wenn er tatsächlich mittendrin aufgehört hätte … Cliffhanger der Extraklasse sozusagen.

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3-2-1 – los, los, ihr Dichter

theater

Gewusel im Eingangsbereich. Sprudelndes Geplapper im Zuschauerstrom. Begrüßungen. Rufe. Dazwischen Dichtergesichter. Grünbein ergraut. Poschmann im Mantel. Krüger leger. Jemand braucht noch eine Karte. Jemand anders hat eine zu viel. Junge Frauen mit Fragebögen auf Klemmbrettern. Ist Ihnen das Festival bekannt? Mögen Sie den Schriftzug? Gefällt Ihnen das Design des Logos?

Draußen werden letzte Zigaretten geraucht, Nachrichten getippt, Sätze auf Englisch gewechselt.

5 minutes.“

Yes, I know. I just write a message to my wife at home.”

Don´t worry about that.”

Die erste Fanfare. Einige huschen noch auf die Toiletten, bevor der Dichtermarathon beginnt. Die zweite Fanfare. Saaltüren zu, Telefone aus, Ohren auf, Hirnspeicher ein.

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