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Feine Dichtung

Und so war es in diesem Jahr bei der Eröffnungsgala von poetry on the road.

Am Freitagabend gab es den offiziellen Startschuss für das 18. internationale Literaturfestival „poetry on the road“ im Bremer Theater

Am Anfang steht eine Art Klagegesang. Arabische Verse, die von vertriebenen, ausgebeuteten und im Meer ertrinkenden Menschen berichten. Es sind eindringliche Bilder, die der 38-jährige syrisch-schwedische Dichter Ghayath Almadhoun in seinem teils dialogisch angelegten Langgedicht kreiert. Er schildert eine globalisierte Welt, in der Diamanten- und Waffenhandel, Wohnblöcke zertrümmernde Bomben, Asylsuchende und im Mittelmeer treibende Leichen nicht voneinander zu trennen sind. Es ist ein ebenso berührender wie bedrückender Auftakt eines Schriftstellers, der selbst in einem Flüchtlingslager geboren wurde und seine Lesung seinem zwei Tage zuvor getöteten Onkel widmet.

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3-2-1 – los, los, ihr Dichter

theater

Gewusel im Eingangsbereich. Sprudelndes Geplapper im Zuschauerstrom. Begrüßungen. Rufe. Dazwischen Dichtergesichter. Grünbein ergraut. Poschmann im Mantel. Krüger leger. Jemand braucht noch eine Karte. Jemand anders hat eine zu viel. Junge Frauen mit Fragebögen auf Klemmbrettern. Ist Ihnen das Festival bekannt? Mögen Sie den Schriftzug? Gefällt Ihnen das Design des Logos?

Draußen werden letzte Zigaretten geraucht, Nachrichten getippt, Sätze auf Englisch gewechselt.

5 minutes.“

Yes, I know. I just write a message to my wife at home.”

Don´t worry about that.”

Die erste Fanfare. Einige huschen noch auf die Toiletten, bevor der Dichtermarathon beginnt. Die zweite Fanfare. Saaltüren zu, Telefone aus, Ohren auf, Hirnspeicher ein.

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