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Überall die Sonne

Thomas Lehr fokussiert in seinem kunstvollen Erzählpanorama „Schlafende Sonne“ einen Tag und zugleich ein ganzes Jahrhundert

Dieses Buch scheint eine Zumutung zu sein. Über 630 eng bedruckte, absatzlose Seiten voller Perspektivwechsel und assoziativer Sprünge zwischen verschiedenen Zeitebenen. Doch wenn man die ersten 30 bis 40 Seiten bewältigt hat, beginnt der Roman plötzlich einen Sog zu entwickeln – und zwar durch die Biografien, die sich allmählich in diesem dichten Textgewebe entfalten. Da ist zum einen die Lebensgeschichte der Künstlerin Milena Sonntag, die im Berlin des Jahres 2011 ihre große Ausstellung „Schlafende Sonne“ eröffnet. Diese Vernissage ist nicht nur ein besonderes Ereignis im Leben von Milena, sondern vor allem der Ausgangspunkt für alle weiteren Erzählstränge, denn in einer Art Retrospektive blickt die erfolgreiche Künstlerin zurück auf ihr Leben. Unterwegs zu der Ausstellungseröffnung, die im Morgengrauen stattfindet, ist auch Milenas Mann Jonas, ein Solarphysiker, der sein Leben der Erforschung der Sonne gewidmet hat.

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Eingeordnet unter Rezensionen - Bücher 2017