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Gelungener Poesie-Marathon

Nach Prelaunch I & II geht´s heute offiziell los mit poetry on the road. Wie in den vergangenen Jahren sind bei der Eröffnungsgala wieder Autor*innen aus aller Welt zu Gast im Theater am Goetheplatz. Jedes Mal wieder ein inspirierender Poesie-Marathon! Und so war es im vergangenen Jahr …

Zur Eröffnung des 17. internationalen Literaturfestivals „poetry on the road“ im Mai 2016 

Am Ende, 20 Minuten vor Mitternacht, ist der Kopf vollgestopft mit Poesie, mit einfühlsamen Versen aus Schweden, schwermütigen Gedichten aus Österreich, musikalischer Lyrik aus Jamaika und filigranen Poemen aus Deutschland. Über dreieinhalb Stunden erstreckte sich die Eröffnungsveranstaltung vom 17. Internationalen Literaturfestival „poetry on the road“ im ausverkauften Saal des Bremer Theaters am Goetheplatz. Das lag nicht zuletzt daran, dass die Veranstaltung bereits eine Dreiviertelstunde alt war, als die Moderatorin Silke Behl endlich den ersten Gastpoeten vorstellen durfte. Zuvor gab es den üblichen Vorlauf mit Begrüßung durch die Festivalleitung Regina Dyck (mit einer Rede) und Michael Augustin (mit eigenen Gedichten) und der offiziellen Begrüßung durch die Staatsrätin für Kultur, Carmen Emigholz.

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Gramsci auf den Fersen

Bossong

Anfang Juli rückte die 1982 in Bremen geborene und in Berlin lebende Nora Bossong ohne ihr Zutun beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in den Fokus der literarischen Öffentlichkeit. Die Autorin selbst war zwar gar nicht beim Wettlesen in Klagenfurt dabei, doch die Schriftstellerkollegin Nora Gomringer hatte sie zur Protagonistin ihres (später mit dem Bachmannpreis prämierten) Textes gemacht. So schnell kann es gehen, dass man als real existierendes Individuum zur literarischen Figur wird. In der Umwandlung realer Personen zu literarischen steht Nora Bossong ihrer Namensvetterin allerdings in nichts nach – in ihrem aktuellen Roman spielt ebenfalls eine aus der Realität entliehene Person die zentrale Rolle.

„36,9°“ ist der inzwischen vierte Roman der Absolventin des Leipziger Literaturinstituts, die 2001 mit dem Bremer Autorenstipendium, 2007 mit dem Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis, 2011 mit dem Kunstpreis Berlin und 2012 für ihren zweiten Gedichtband „Sommer vor den Mauern“ mit dem renommierten Peter-Huchel-Preis ausgezeichnet worden ist. Bossong ist also nicht bloß Gegenstand der Literatur (im Text ihrer Kollegin), sondern mischt selber munter mit im Kulturbetrieb – im Gegensatz zu der historischen Hauptfigur ihres Romans, die das Mit- und Einmischen bedauerlicherweise schon hinter sich hat. Die Rede ist vom bereits vor knapp 80 Jahren verstorben Philosophen, Autor und Politiker Antonio Gramsci (1891-1937), dessen Gefängnishefte nach wie vor als bedeutende Dokumente marxistischer Theorie gelten.

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Gottesteilchen mit E-Zigarette

banksitzer1

Autorinnen, die nicht vor Ort sind, werden zu literarischen Figuren von Autorinnen, die vor Ort sind. Klagenfurt gestern.

Als Nora Bossong eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand sie sich in ihrem Bett zu einem ungeheuren Gottesteilchen verwandelt.“

Die Verwandlung von der Schriftstellerin zur literarischen Figur zum Gottesteilchen. Und das alles in weniger als einer Stunde. Die Siegerin des Bachmannpreises 2015 steht damit schon fest. Glückwunsch!

Ingeborg Bachmann, die heute Mittag bei uns im Treppenhaus auf einer Stufe hockte und dort eine E-Zigarette rauchte, meinte, sie fände das gut … Na, dann:)

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