Schlagwort-Archive: Clemens Meyer

Unreparierbare Jahressplitter – III

Eine Schnipsel-Melange – März

Buchmesse – Die ewige Wiederkehr der Nichtleser

Ankunft in Leipzig. Vor dem Bahnhof scheint mir die Mittagssonne ins Gesicht. Buchmessevorfreude. An der Ampel vor der Straßenbahnhaltestelle steht eine junge Frau und verteilt kostenlos kleine gelbe Büchlein. Eines davon hält sie dem Mann vor mir hin.

Der schüttelt den Kopf, sagt: „Nein danke, ich lese nicht!“, und geht weiter.

Weiterlesen

5 Kommentare

Eingeordnet unter Schnipsel

Im Schatten

In seinem Erzählungsband bewegt sich Clemens Meyer erneut am Rand der Gesellschaft

Als „Türsteher der neuen sozialen Literatur“ wurde der Leipziger Schriftsteller Clemens Meyer bezeichnet. Das liegt zum einen an den Milieus, in denen seine Geschichten spielen, und zum anderen an seinem nüchternen bis harten Ton. Ob in seinem Debüt „Als wir träumten“, seinem (2008 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse prämierten) ersten Erzählungsband „Die Nacht, die Lichter“ oder seinem (2014 mit dem Bremer Literaturpreis ausgezeichneten) Roman „Im Stein“ – stets rückt Meyer Figuren ins Rampenlicht, die sonst auf der Schattenseite leben.

So gesehen bleibt sich der 39-Jährige in seinem zweiten Erzählungsband „Die stillen Trabanten“ treu. Dieses Mal sind es zwar keine Arbeitslosen, Kriminellen oder Prostituierten, denen sich Meyer zuwendet, aber es sind jene, die sich in meist schlecht bezahlten Jobs abmühen und dennoch auf keinen grünen Zweig kommen. Da ist zum Beispiel ein Wachmann, der seit vielen Jahren seine Runden um das Ausländerwohnheim dreht und an die Zeit zurückdenkt, als sich eine zarte Romanze mit einer der Bewohnerinnen zu entwickeln begann – bis sie plötzlich von einem Tag auf den anderen verschwunden war. Oder der Imbissbudenbesitzer, der eine Freundschaft mit seinem streng muslimischen Nachbarn pflegt und sich zugleich in dessen Freundin verliebt.

Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Rezensionen - Bücher 2017

Nein danke, ich lese nicht

Schönster Satz, direkt nach der Ankunft in Leipzig – vor dem Bahnhof, wo eine Studentin kostenlos Bücher verteilt, antwortet ein Mann auf das Angebot: „Nein danke, ich lese nicht!“

Klare Ansage und ein feiner Auftakt zur Buchmesse. Erinnere mich, dass Clemens Meyer bei einer Lesung genau so eine Szene geschildert hat, als er über Leipzig geredet hat. Da kam gleich Vorfreude auf.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Blog, Schnipsel