Schlagwort-Archive: Bücher

Unreparierbare Jahressplitter – X

Eine Schnipsel-Melange – Oktober

Bahnhofstraßen-Lektüre – Ü-Lesung

Der Outdoor-Leser, der auch bei Regen, Schnee oder Graupelschauern in Bahnhofsnähe unter der Mini-Möchtegern-Arkade der Sparkasse auf seiner Decke hockt, ein Buch in den Händen hält und vollständig in seiner Lektüre versunken scheint, jedoch stets kurz aufschaut, um sich zu bedanken, wenn ein paar Münzen in seinem Pappbecher gelandet sind.

Was er da gerade lese, frage ich ihn, woraufhin er das Taschenbuch zuklappt, damit ich das Cover sehen kann, auf dem ein bebrillter Junge einen flauschigen Hundewelpen umarmt, was mir ein Lächeln entlockt – nicht weil es ein kitschiges Foto ist, sondern das Titelbild eines Romans, den ich sehr mag.

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Unreparierbare Jahressplitter – IV

Eine Schnipsel-Melange – April

Zwischen den Stapeln – Walter Benjamins Marie Huana

In einem Antiquariat in der Konstanzer Altstadt ist der Händler komplett im Verkaufsmodus und offeriert mir, während ich bei den Taschenbüchern stöbere, einen bunten Strauß an Empfehlungen – Donna Leon (sein absoluter Geheimtipp), Martin Suter (könne man immer lesen), Hermann Hesse (sei nach wie vor aktuell) oder Kafka (wie wäre es mit Kafka?). Irgendwann bietet er mir – wie anscheinend jedem, der in den Laden kommt – einen Ziegelstein von einem Buch an, das wohl ein historischer Roman über Konstanz zu sein scheint (ganz fabelhaft, habe er gerade selbst gelesen).

Auch einen Flyer zu dem in zwei Wochen stattfindenden Büchermarkt drückt er mir in die Hand, und als ich nach einer guten Viertelstunde immer noch nichts gefunden habe, will er mir ein Taschenbuch vom Stapel schenken (irgend so einen dicken Schinken); also greife ich mir rasch Walter Benjamins „Über Haschisch“, das ich bereits vor ein paar Minuten in den Händen hatte, und sage: „Das nehme ich!“.

Er nimmt es mir aus der Hand, blättert darin und sagt: „Sie hieß Marie, mit Nachnamen Huana.“

Er grinst mich an, ich blicke fragend zurück.

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Leipziger Literaturüberdosis

Bücher. Bücher. Bücher. Vermutlich viel zu viele. Und ohne Ende Menschen, die schreiben, lesen, vorlesen, blättern, rumstehen, zuhören, Kuchen essen, Fragen stellen, Kostüme tragen, einem auf die Füße treten, Werbung machen, konsumieren, dumm aus der Wäsche gucken, Zeitungen und Bücher verschenken oder einfach nur in Leipzig auf der Buchmesse sind – warum auch immer …

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Allwetterleser

NapoliHeiligennische

Der ältere, bärtige Obdachlose, der auch bei Regen, Schnee oder Graupelschauern unter der Mini-Möchtegern-Arkade der Sparkasse auf seiner Decke hockt, ein Buch in den Händen hält und vollständig in seiner Lektüre versunken scheint, jedoch stets kurz aufschaut, um sich zu bedanken, wenn ein paar Münzen in seinem Pappbecher gelandet sind. Was er da gerade lese, frage ich ihn, woraufhin er das Taschenbuch zuklappt, damit ich das Cover sehen kann, auf dem ein bebrillter Junge einen flauschigen Hundewelpen umarmt, was mir ein Lächeln entlockt – nicht weil es ein kitschiges Foto ist, sondern das Titelbild eines Romans, den ich sehr mag und von dem ich bereits weiß, dass ich ihn in Kürze für einen Vortrag über den Autor ein weiteres Mal lesen werde: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war von Joachim Meyerhoff.

Auch der Bärtige mag das Buch, schwärmt auf Nachfrage von einzelnen Szenen, von denen ich einige bereits vergessen hatte, und sagt, dass er von dem Schriftsteller auf jeden Fall noch mehr lesen wolle. Ich erzähle ihm, dass erst vor wenigen Wochen Meyerhoffs dritter Roman erschienen sei und bei mir zuhause auf dem Schreibtisch liege. Das werde er sich auch besorgen, sagt er. Als ich zu bedenken gebe, dass man den Roman noch nicht als Taschenbuch kaufen könne, er also recht teuer sein dürfte, erwidert der Bärtige, dass das kein Problem sei, da er noch einen Thalia-Gutschein habe. Den werde er für das Buch einlösen, sagt er und grinst. Ich nicke, verabschiede mich und radel rasch nach Hause, um meine Meyerhoff-Lektüre fortzusetzen.

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Amazon verbannt deutsche Liebesromane

 

Liebesromane-sw

Der Online-Versandhändler Amazon verbannt ab April alle deutschen Liebesromane aus seinem Sortiment. Offizielle Begründung des Konzerns: Deutsche Liebesromane seien zu trocken, zu dick, zu kompliziert und enthielten zu wenig explizite Sexszenen. Liebesromane müssten prickeln wie Champagner und knallen wie ein Feuerwerk hieß es außerdem in der Verlautbarung.

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Plastiktüten voller Bücher

Poetry on the road 2014: Drei, vier Jugendliche, die in der Pause des Literaturfestivals mit Plastiktüten voller Bücher von Enzensberger, Hahn, Okri und anderen anwesenden Autor*innen diese belagern, um sich deren Werke signieren zu lassen. Irgendwer neben mir meint: Verticken die bestimmt bei E-Bay. Doch die glühenden Gesichter, der Glanz in den Augen, das Lächeln auf den Lippen und das anschließende Starren auf die Unterschriften sprechen eine andere Sprache …

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