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Hauptsache, die Pointen sitzen

Und so war es in diesem Jahr mit Heinz Strunk alias Jürgen Dose.

Bei der Vorstellung seines neuen Romans im Bremer Schlachthof füttert Heinz Strunk sein Publikum mit Gags und komischen Einlagen

Als Heinz Strunk im vergangenen Jahr mit seinem Roman “Der goldene Handschuh“ auf Lesetour war, konnten jene Zuhörer, die das Buch bereits gelesen hatten, Zeugen einer sonderbaren Verwandlung werden. Strunk präsentierte eine auf 90 Minuten eingedampfte und pointengeschwängerte Zusammenfassung seiner an sich düsteren True-Crime-Story über den Serienmörder Fritz Honka. Von der eigentlich einfühlsamen Milieustudie blieb in der Lese-Fassung nicht viel übrig. Offenbar hatte der Entertainer vermeiden wollen, dass die Fans seines bisher eher humoristischen Werks („Fleisch ist mein Gemüse“, Studio Braun, Fraktus) enttäuscht sein könnten. All jenen, denen „Der goldene Handschuh“ selbst in der klamaukigen Lese-Fassung noch zu harter Tobak war, versprach Strunk abschließend, dass sein nächstes Buch wieder lustiger werde.

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Eingeordnet unter Bremen, Rezensionen - Bücher 2017

Die Strunk-Show

Heinz Strunk ist wieder auf Lesereise. Sicherlich ein Erlebnis, wenn auch manchmal ein recht fragwürdiges – so wie im vergangenen Jahr, als er seinen eigentlich beeindruckenden Roman „Der goldene Handschuh“ in einer Ulk-Performance verhunzt hat.

Verwandlung eines Romans

Hey, Fleisch ist mein Gemüse“, so habe ihn vor Kurzem irgendein Fremder in der Kneipe angequatscht. Ohne Begrüßung oder Anrede habe der ihm einfach nur den Titel seines Erfolgsromans an den Kopf geworfen, erzählt Heinz Strunk zu Beginn seines Auftritts im Bremer Schlachthof. Ihm selbst behagt das nicht, auf ein Buch reduziert zu werden, dessen Veröffentlichung bereits zwölf Jahre zurückliegt. Allerdings war sein stark autobiografisch gefärbtes Debüt ein Besteller, der sich eine halbe Million Mal verkauft hat und 2008 verfilmt wurde. Dieses Buch ist der Ausgangspunkt für die Erfolge des Musikers, Entertainers und Schriftsellers, der mit bürgerlichem Namen Mathias Halfpape heißt. Mittlerweile kennen ihn viele auch durch seine Auftritte bei Extra 3, die Telefonstreiche mit Studio Braun oder aus der Fake-Dokumentation „Fraktus“.

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Zukunftsvision zum Abgewöhnen

Duve-sw

In 15 Jahren ist Olaf Scholz zwar Kanzler, aber ansonsten herrscht in der Bundesrepublik Staatsfeminismus. Die Frauen sind an der Macht, streiten für eine bessere Welt und kontrollieren den CO2-Verbrauch jedes einzelnen Bürgers. Der Klimawandel hat Deutschland dennoch fest im Griff, sodass tropische Temperaturen auch in Hamburg keine Seltenheit mehr sind. So sieht die Zukunft aus – zumindest in Karen Duves neuem Roman „Macht“.

Viele Führungskräfte sind „Egoisten, Hohlköpfe und Psychopathen“, die aufgrund ihrer Raffgier den bevorstehenden Klimakollaps ignorieren und die Menschheit damit um ihre Zukunft bringen. Diese leicht pauschal anmutende Analyse stammt aus Karen Duves Kampfschrift „Warum die Sache schiefgeht“, in der sie vor anderthalb Jahren die Karrierestrukturen der Konzerne, Banken und Parteien anprangerte, da diese so beschaffen seien, dass allein die „raffgierigsten, rücksichtlosesten und niederträchtigsten Charaktere“ diese Positionen erreichten.

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Spuk auf Sylt

Lebert-sw

Benjamin Lebert versucht sich im Gespenstergenre

Crazy“ heißt das Buch, mit dem der 17-Jährige Schulabbrecher Benjamin Lebert 1999 debütierte. Und ein wenig verrückt war die Erfolgsstory dieses Jugendromans, der noch im selben Jahr fürs Kino verfilmt, in den Folgejahren in 33 Sprachen übersetzt und über eine Million Mal aufgelegt wurde. Inzwischen hat sich der imposant gestartete Jungautor in einen ganz normalen Schriftsteller verwandelt, der alle zwei, drei Jahre ein neues Buch vorlegt. „Mitternachtsweg“ heißt der mittlerweile sechste Roman, in dem Lebert den Geschichtsstudenten Johannes Kielland eine moderne Gespenstergeschichte erzählen lässt.

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