Archiv der Kategorie: Blog

Unreparierbare Jahressplitter – III

Eine Schnipsel-Melange – März

Buchmesse – Die ewige Wiederkehr der Nichtleser

Ankunft in Leipzig. Vor dem Bahnhof scheint mir die Mittagssonne ins Gesicht. Buchmessevorfreude. An der Ampel vor der Straßenbahnhaltestelle steht eine junge Frau und verteilt kostenlos kleine gelbe Büchlein. Eines davon hält sie dem Mann vor mir hin.

Der schüttelt den Kopf, sagt: „Nein danke, ich lese nicht!“, und geht weiter.

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Unreparierbare Jahressplitter – II

Eine Schnipsel-Melange – Februar

Telefon – Top News an den falschen Kontakt

An einem Montagabend blättere ich in Uwe Timms „Von Anfang und Ende“ und bleibe an einem Satz* hängen, als das Handy summt – die Kurznachricht eines Bekannten, mit dem ich weder verabredet bin, noch regelmäßig Befindlichkeiten austausche: „Amore, bin im Mono versackt“!

Soso, denke ich und schreibe zurück: „Gut zu wissen. Schönen Abend noch, und trink nicht mehr so viel!“

Zwei Minuten später kommt die Antwort: „Sorry, vollkommen wrong. Falscher Kontakt, und außerdem bin ich im Gondi“.

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Unreparierbare Jahressplitter – I

Eine Schnipsel-Melange – Januar

Offene Bühne – Unterhaltung vor dem Untergang

Am Anfang war die Apokalypse. Kann man ein Jahr so eröffnen? Mit Texten zum Weltuntergang? Texte, die ihn heraufbeschwören, feiern, ausmalen oder sich über ihn lustig machen?

Man kann. Man kann es zumindest versuchen – vor allem, wenn zufälligerweise genau an jenem Tag ein Donald als Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt wird. Wann, wenn nicht jetzt!

Die Bühne im Kukoon steht allen offen – genau genommen 13 Autorinnen und Autoren, die sich rechtzeitig anmelden. Ein bärtiger Herr tritt eine Dreiviertelstunde vor Veranstaltungsbeginn auf mich zu, ein handgroßes Holzkreuz ziert seine Brust.

Er wolle sich für die Offene Bühne anmelden.

Ja, gern, sage ich und frage ihn, was er denn lesen wolle?

Einen Auszug aus der Offenbarung des Johannes.

Hm. Das haben Sie vermutlich nicht selbst geschrieben, oder?

Nein!, sagt er, das sei das Wort Gottes.

Ja eben, sage ich.

Wie jetzt?, fragt er.

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Elements of Lehmann

Ein Sven-Regener-Abend mit Texten & Songs des Autors

23. November 2017 um 19.30 Uhr

im Kukoon (Bremen-Neustadt)

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Laloire schlägt auf

Marion Poschmann – 16. November 2017 um 18 Uhr

Stadtbibliothek Bremen (Krimibibliothek)

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Jonglier-Intervention

Straßenszene. Breitenweg, Ecke Hillmannstraße. Als die Ampel auf Rot springt und die Autos, die aus Richtung Utbremen herangerauscht kommen, halten müssen, rennen drei junge Männer auf die zweispurige Straße, positionieren sich vor den Autos und jonglieren für einige Sekunden – der eine mit Bällen, der zweite mit Keulen und der dritte mit einem Diabolo.

Eine knappe, präzise Choreografie auf dem Asphalt unter der Hochstraße; dann verbeugen sich die drei kurz, nehmen ihre Mütze ab und huschen damit rasch zwischen die Autos, um sie den Fahrern wie Klingelbeutel hinzuhalten. Einige kurbeln ihre Fenster runter, lassen Münzen in die Mützen fallen, andere zucken nur mit den Schultern oder hupen.

Als die Ampel auf Grün springt, hechten die drei zur Seite, zählen rasch ihre Einnahmen, stecken die Münzen in ihre Hosentaschen, ziehen sich die Mützen wieder über und springen erneut auf die Straße, als die nächsten Autos vor der Ampel halten …

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Wort der Woche

fernrohr

 

 

Farbenspiele

 

 

 

 

 

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Laloire schlägt auf

Lukas Bärfuss – 21. September 2017 um 18 Uhr

Stadtbibliothek Bremen (Krimibibliothek)

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Wort der Woche

fernrohr

 

 

Autofiktion

 

 

 

 

 

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Buchte-Boogie

Agitpop-Nächte in der Buchte. Tanzen bis es im Jugendhaus bei den Naturfreunden im Keller von der Decke tropft. Nie vor elf da sein, an der Kasse einen Soli zahlen und im Sommer so lange bleiben, bis es draußen wieder hell wird. Dazwischen abzappeln, trinken, kickern, palavern, vor den Klos Schlange stehen und draußen vor dem Amtsgericht Zigaretten rauchen und über Politik oder Musik diskutieren. Oft die gleichen Gesichter, viele Trainingsjacken und Kapuzenpullis, die immer selben Leute, die einen am Kickertisch abfertigen und manchmal stundenlang am Tisch stehen – als gäbe es hier nichts anderes zu tun. Zwischendurch mit Freunden auf der Treppe sitzen, den anderen beim Tanzen zuschauen, in den Beamerprojektionen versinken oder sich bei aufgedrehter Mucke gegenseitig anschreien und das Geschrei Gespräch nennen. Irgendwann kein Bier oder Wein mehr bestellen, sondern in den Morgen hinaustorkeln, mit etwas Glück an der Domsheide die Nachtlinie Richtung Huckelriede erwischen, in der Bahn die Augen schließen und erst wieder in Arsten öffnen, wenn der Fahrer einem auf die Schulter klopft, „Endhaltestelle!“ sagt und auf die am gegenüberliegenden Gleis wartende Straßenbahn zeigt: „Damit geht´s zurück!“

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