Archiv der Kategorie: Schnipsel

Syltschnipsel 11.1. – Also Archsum (Daumen hoch)

Schafe_aufm_Deich

Meine spontane Idee, von Rantum nach Morsum zu Fuß zu gehen, stellt sich als wenig geistreich heraus. Auf circa 3 Wegstunden hatte ich die Strecke geschätzt, nach knapp 2 Stunden stehe vor einem Schild: Rantum 10 km (da komme ich her), Morsum 6,5 km (da wollte ich eigentlich einen Kaffee trinken), Morsum Kliff 8,5 km (da will ich hin).

Ich blicke nach vorne: Vor mir zieht sich die Strecke an der Küste entlang – noch 2 weitere Stunden immer geradeaus. Mit Blick auf den Deich zur Linken. Mit Blick aufs Watt zur Rechten. Hin und wieder ein paar Begegnungen mit Schafen, die am Deich grasen, mich manchmal neugierig anschauen und dabei entweder weiterkauen, sich ganz beiläufig erleichtern oder sich doch fürs Davongaloppieren entscheiden (manche sind allerdings auch recht fotogen und blicken brav in die Kamera). Außer den Schafen bin ich in der vergangenen Stunde noch Enten, Wildgänsen & Möwen begegnet; nur ein einziges Mal sind mir zwei Fahrradfahrer entgegengekommen.

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Syltschnipsel 42 – Sinn des Lebens oder Backfisch mit Bratkartoffeln

Betonzipfel1

Der Wind pfiff & das Meer rauschte, und ich saß in der Abenddämmerung an der Promenade von Wenningstedt im Strandkorb & grübelte über den Sinn des Lebens nach. Und während der Wind pfiff & das Meer rauschte und ich im Strandkorb saß & grübelte, öffnete sich nach einer Weile eine mir bis dahin unbekannte Tür in meinem Kopf, und ich schaute auf das, was hinter dieser Tür bisher verborgen lag – und siehe da: Es war die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum & dem ganzen Rest!

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Syltschnipsel 9 – Westerland am Donnerstagabend

Westerland2

Eine Promenade im Nebel & ein Eckcafé im ersten Stock, das bis kurz vor neun freien Blick auf den Nebel gewährt – dann wird die Heizung runter- & die Beleuchtung aufgedreht.

Eine urige Raucherkneipe mit Einheimischen auf den Hockern & Holzbänken, einem Sparfachkasten an der Wand, einem Werder-Schal über der Theke & einem Bayern-Aufkleber an der Toilettentür.

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Syltschnipsel 8 – Textarbeit mit Möwen

Rantumer Becken

Jenseits meiner Fensterfront dreht ein Schwarm Möwen am Rande des Rantumer Beckens seine Runden über zwei Scheunen, und dabei leuchtet jedes Mal, wenn sie die Linkskurve fliegen, das Weiß ihres Gefieders in der Morgensonne.

Währenddessen drehe ich diesseits der Fensterfront an meinem Schreibtisch Runden über meinem Text. Hier Sätze streichen, da Textteile umstellen, dort Wörter austauschen. Zwischendurch Grüntee, Schwarztee, Ingwertee.

Draußen kreisen die Möwen über den Scheunendächern. Noch eine Runde. Den kompletten Text leise lesen, laut lesen, noch mal lesen. Zur Unterstützung eine Mandarine, zwei Kekse, drei Mandeln.

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Syltschnipsel 7 – Abendshow am Schreibtisch

Rantumer Hinterhof

Die Schmidt Show von der Reeperbahn mit Lilo Wanders live in meinem Hinterhof!

Während ich bei offenen Fenstern am Rechner sitze und schreibe, klingt die Musik von der Meerkabaretthalle zu mir rüber – die einzelnen Songs (momentan Robbie Williams Angels), die Ansage von Lilo, der Applaus & Jubel des Publikums.

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Syltschnipsel 6 – 5 Strandtragödien

Strandhundeverbot

1

Ein Collie hat seinen gelben Gummiball in der Brandung verloren und bellt sein Frauchen verständnislos an.

2

Ein Mädchen rennt euphorisch dem Meer entgegen und jault zwei Minuten später rum, weil es Meerwasser im Stiefel hat.

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Syltschnipsel 5 – Fischbrötchenverkostung

Rantumer Hafen

Erste Fischbrötchen getestet:

– Matjesbrötchen vom Rantumer Hafenkiosk: schmeckt gut.

– Lachsforellenbrötchen von Gosch in Westerland: ist okay.

– Aalbrötchen vom Hafenkiosk in Rantum: äußerst lecker.

Zwischenfazit:

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Zeitfenstergeschenke – eine Banaleske

Portugalstraßenbahn

Wenn man mit von sich selbst nicht gekannter Überpünktlichkeit mit dem Reisekoffer in der Hand in die Bahnhofshalle spaziert, entspannt Richtung Gleis 9 schlendern will, noch einen Blick auf die große, alle anstehenden Zugverbindungen auflistende Anzeigetafel wirft, ins Stocken gerät … den eingeblendeten Lauftext ein drittes Mal liest, um sicher zu gehen, dass man sich nicht verlesen hat und die angekündigten 40 Minuten Verspätung auch tatsächlich für den Intercity-Express gelten, dem man eben noch so frohgemut entgegengeeilt war; wenn man dann eine 180°-Drehung vollzieht, zum Informationsschalter der Deutschen Bahn geht, sich an die kürzere der beiden Schlangen stellt, dort im Stillstand verharrt, während die andere Schlange im Schnelldurchlauf abgefertigt wird; wenn man irgendwann die Seite wechselt, dort tatsächlich (entgegen der eigenen Erwartung) rasch zum Schalterbeamten gelangt, der einem einen neuen Verbindungsmix zusammenstellt, den aktualisierten Reiseplan ausdruckt und zudem den Fahrschein mit einem Stempel und seiner Unterschrift autorisiert; wenn man den neuen Plan studiert, auf die Uhr schaut und feststellt, dass man jetzt immer noch ein halbes Stündchen hat und dass das genügend Zeit ist, um sich beim ersten Kaffee des Tages an einem Neustart zu versuchen; und wenn man dann in einem italienisch anmutenden Café auf einem Barhocker sitzt, ein Stückchen vom Croissant in den Cappuccino tunkt, in den Mund schiebt und dort langsam auf der Zunge zergehen lässt, während hinter der Glasscheibe die Reisenden vorüberhetzen …

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Das geheime Wissen der Geschwindigkeitsanzeigeanlage

Kopenkreuzung

Die Geschwindigkeitsmesstafel am Buntentorsteinweg, auf die ich abends zuweilen zuspaziere und die mir mit ihrem LED-Display vor Augen führt:

Sie fahren 4 km/h.

Manchmal sind es auch 5

(dem Radar entgeht dieser Unterschied nicht)

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Pink-Pudel-Liegestützen

Herkules

  Ein Mann von vielleicht 30 Jahren in einem pinkfarbenen Pudelkostüm, der sich am frühen Nachmittag auf dem Bürgersteig vorm Hotel One in Liegestützen versucht, während ein Dutzend Männer in schwarzen Hemden und mit Bierflaschen in den Händen ihn lautstark anfeuert.

Junggesellenabschiedstraditionen.

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