Archiv der Kategorie: Blog

16 – Brennende Ärsche

Fluss

Eine mit Brennnesseln überwucherte Sitzbank am Fluss, die als Naturinstallation die Fantasie belebt …

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Schnipsel

15 – Sylt-Festland-Schnipsel – Raucherpause im Nebel

wattenmeer

Noch einmal mit dem Zug an allem vorüberrauschen, am Meer, am Deich, an den Schafen, den Möwen, den Reetdachhäusern; danach über den Bahndamm durchs Wattenmeer gen Festland, wo sich alles im Nebel versteckt – vielmehr als die tristen Kleinstadtbahnhöfe lässt sich dort draußen jenseits der schmuddeligen Scheiben nicht erkennen.

In Heide hat man Zeit, sich das Wenige, was sichtbar ist, in Ruhe anzuschauen – die Regionalbahn legt ganz offiziell eine 6-minütige Raucherpause ein.

Bitte benutzen Sie die dafür vorgesehenen Aschenbecher am Bahnsteig!

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Schnipsel

14 – Wort der Woche

fernrohr

 

 

Honigkuchenpferd

 

 

 

 

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Wort der Woche

12 – Champagner-Revoluzzer

playlist3

DMD KIU LIDT

Letztendlich hab ich meine Koffer gepackt
Hab ein Ticket gelöst und bin weit gefahrn
Ich habe aufgeschrieben was ich lang vergessen hab
Auf der Suche nach ein paar verlorenen Jahren
Unterm Strich war ich nicht öfter oben als unten
Aber ja, ich war nie mittendrin
Ich bin ausgezogen in Sachen Liebe und Hass
Ich kann nicht sagen, dass ich wieder gut heimgekommen binAnd now there is nothing where I used to sing
But DMD KIU LIDTWas da jetzt kommt wird mich nicht mehr verlassen
Das weiß ich, und ich weiß noch viel mehr
Oh, ich hab verprasst was es gab zu verprassen
Die Tage die kommen werden lang sein und leer
Oh, ich werd erst mal meine Tür fest verriegeln
Und die Fenster am besten gleich auch
Und dann werd ich mich schrecklich lang niederlegen
Ich spür schon was Kaltes, einen eisigen Hauch

I’m afraid this is nothing but your dirty trick
You know DMD KIU LIDT

Vielleicht schau ich mal rüber zur Grand Dame gegenüber
Vielleicht kommt manchmal Hanky vorbei
Ich werd sagen: »Hanky, wie geht’s der Welt da draußen?«
Und Hanky wird lügen, wird sagen: »Alles ok.«
Wenn’s dunkel ist werd ich dann meine Boots rausholen
Und selbst schaun was da draußen so geht
Ich werd schnell merken sie haben uns mehr als die Straße gestohlen
Und das sagt da jemand der on the road klebt

This is no adventure not even a trick
This is DMD KIU LIDT

Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Blog

10 – Dinge & Gedichte

agrigento

Heute auf dem Sofa gesessen, aus dem Fenster geschaut und den Spruch beherzigt, der auf dem Teebeuteletikett meines morgendlichen Green-Balance-Yogi-Tees abgedruckt war: Lass die Dinge zu dir kommen.

Während draußen der Herbstwind die Wolken vor sich hertrieb und mir die Äste der Birken, Kiefern und Robinien aus den Hintergärten hektisch zuwinkten, wartete ich drinnen auf die Dinge, die nicht kommen wollten.

Nach drei Stunden stand ich auf, ging in die Küche, nahm die Schachtel mit den Teebeuteln und strich mit einem schwarzen Edding sorgfältig jeden einzelnen Yogi-Tee-Spruch durch.

Danach durchströmte mich für einen Moment ein Glücksgefühl und ich dachte an die letzte Zeile meines allerersten Gedichts, das ich mit 17 für eine Klassenkameradin geschrieben habe:

Das Leben, was wird´s am Ende bloß ergeben.

PS: Auch allererste Gedichte sollte man mit einem schwarzen Edding sorgfältig durchstreichen!

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Schnipsel

9 – Verlust = Raucherlunge

detea

Das kleine O, das jemand dem an der Glastür klebenden Schild mit der Aufschrift Raucherlounge geklaut hat.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bremen, Schnipsel

8 – In love with a book

Setz1

Natalie liebte alles, was weltumspannend war, wie Live-Sendungen, Mondphasen oder die Romane von Stephen King. All die Dinge, die in jedem beliebigen Augenblick von möglichst vielen Menschen wahrgenommen und gemocht wurden.“

Was tun, wenn man merkt, dass man in einer Phase, in der man doch eigentlich überhaupt keine Zeit für rein gar nichts hat, gerade dabei ist, sich in einen 1000-Wälzer zu verlieben?

Drei infrage kommende Reaktionsoptionen

Bitte die richtige Antwort ankreuzen

  1. Das Fenster öffnen und aus dem dritten Stock den Wälzer direkt auf die Frontscheibe des SUV plumpsen lassen, der immer den Fußweg zuparkt.
  2. Zum nächsten öffentlichen Bücherschrank laufen und mit dem Teufelswerk eine Lücke zwischen Rosamunde Pilcher und Johannes Mario Simmel stopfen, und anschließend – um einer Kehrtwende zuvorzukommen – rasch mit der Straßenbahn bis zum Stadtrand fahren und dort in einer Pommesbude die Wörter in der BILD zählen.
  3. Sich zu Hause einschließen, alle Telefone abschalten, die Internetverbindung kappen und eine Tüte mit Keksen sowie eine Kanne mit Tee neben das Sofa stellen und einfach weiterlesen, Seite für Seite, bis die 1019 erreicht ist.

Folgen Sie diesem Heißluftballon!“

Der neue Spitzenreiter auf meiner Top Ten der ersten Sätze.

Natalie verwendete nachts das Internet nur dann, wenn nirgends eine Live-Sendung zu finden war. Das Internet war auch live, aber es fühlte sich gleichzeitig an wie etwas Riesiges, das meistens tief schlief und nur punktweise geweckt werden konnte. Es tat so wenig von allein und wurde mit unvorstellbar riesigen Datenmengen vollgestopft, jeden Tag. Das Internet sprach immer mit vollem Mund.“

[Clemens J. Setz: Die Stunde zwischen Frau und Gitarre]

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Blog

7 – Wort der Woche

fernrohr

 

 

Geschwurbel

 

 

 

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Wort der Woche

5 – Überdosis

playlist3

Melancholie

Wo immer ich auch bin – Du bist bei mir
Du stehst da so selbstverliebt und arrogant und
grinst mich an
Voller Genugtuung streust du eine Handvoll
Zweifel in mein kleines Glück
Ach bitte nimm sie zurück,
Melancholie,
nimm sie zurück

Was hast du der Menschheit jemals Gutes gebracht?
Außer Musik und Kunst und billigen Gedichten?
Hast du darüber schon mal nachgedacht?
Ach, so klappt das nie,
Melancholie,
so klappt das nie

Ich mein, du weißt ja,
eigentlich mag ich dich
sehr gerne
Wenn du doch nur ab
und zu mal deine Fresse halten würdest
Aber du zerredest mich solang,
bis ich nicht mehr weiß,
wo ich bin und was ich will
Komm sei endlich still,
Melancholie,
sei endlich still

Was hast du der Menschheit jemals Gutes gebracht?
Außer Musik und Kunst und billigen Gedichten?
Hast du darüber schon mal nachgedacht?
Ach, fick dich ins Knie,
Melancholie,
Du kriegst mich nie klein
Fick dich ins Knie,
Melancholie,
Du kriegst mich nie klein

(Gisbert zu Knyphausen: Melancholie „Hurra! Hurra! So nicht.“ – 2010)

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Blog

3 – Tage wie dieser

bristolwand

Tage wie dieser

Radiomelodien & 7 Handschläge im Halbschlaf

der Fluch der Radioweckerpausentaste

To-do-Listen-Umstrukturierung beim Zähneputzen

leere Kaffeedose zum Frühstück

Rechnerabsturz am Morgen

Erwartungsmanagement am Vormittag

Pasta mit Pesto zu Mittag (3. Mal in dieser Woche, Stand: Mittwoch)

unplanmäßig verlängerter Powernap auf dem Sofa

Prokrastination mit Matschbirne am Nachmittag

To-do-Listen-Impro beim Instant-Cappuccino (7 % Kaffeegehalt)

E-Mail-Marathon am Abend

Telefonterror & Facebookcheck zum Feierabend

von der To-do-Liste gestrichenes Entspannungsyoga

Abwasch kurz vor Mitternacht

1½ Buchseiten im Bett (vorab festgesetztes Soll: 20)

die im Kopf rotierende To-do-Liste nach dem Lichtausknipsen

Rage Against The Machine hörende Nachbarn weit nach Mitternacht

David-Lynch-Nightmares irgendwann in der Nacht

Festanstellungsträume (38-Stunden-Woche etc.) im Morgengrauen

Radiomelodien

 

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Schnipsel