Leipziger Literaturüberdosis

Bücher. Bücher. Bücher. Vermutlich viel zu viele. Und ohne Ende Menschen, die schreiben, lesen, vorlesen, blättern, rumstehen, zuhören, Kuchen essen, Fragen stellen, Kostüme tragen, einem auf die Füße treten, Werbung machen, konsumieren, dumm aus der Wäsche gucken, Zeitungen und Bücher verschenken oder einfach nur in Leipzig auf der Buchmesse sind – warum auch immer …

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Blog

Kraftloser Held

Jonas Lüscher lässt einen Rhetorikprofessor am Neoliberalismus zweifeln

Richard Kraft grübelt. Tag für Tag versucht er eine Antwort zu finden auf die Frage, warum alles, was ist, gut ist und wir es dennoch verbessern können. Seine Antwort muss der Rhetorikprofessor in einen 18-minütigen Vortrag kleiden, mit dem es einen Internet-Mogul aus dem Silicon Valley zu überzeugen gilt, der für die genialste Antwort eine Million Dollar ausgelobt hat. Mit dem Geld, so hofft Kraft, könnte er sich befreien aus jenem Gefängnis namens Ehe. Das Problem ist nur, dass er keineswegs daran glaubt, dass alles, was ist, gut ist.

Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bücher 2017

Wort der Woche

fernrohr

 

 

Frühlingserwachen

 

 

 

 

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Wort der Woche

Lehmanns Lebensinhalt

herr-lehmann

„Moment mal“, sagte Herr Lehmann. „Was soll das heißen, Lebensinhalt? Lebensinhalt ist doch ein total schwachsinniger Begriff. Was willst du damit sagen, Lebensinhalt? Was ist der Inhalt eines Lebens? Ist das Leben ein Glas oder eine Flasche oder ein Eimer, irgendein Behälter, in den man was hineinfüllt, etwas hineinfüllen muß sogar, denn irgendwie scheint sich ja die ganze Welt einig zu sein, daß man so etwas wie einen Lebensinhalt unbedingt braucht. Ist das Leben so? Nur ein Behältnis für was anderes? Ein Faß vielleicht? Oder eine Kotztüte?“

Sven Regener, Herr Lehmann

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Blog

Im Erinnerungskarussell

lange-mueller

Katja Lange-Müller lässt ihre Romanheldin in der Drehtür stecken

Asta Arnold steht im Münchner Flughafen vor einer Drehtür, raucht eine Zigarette nach der anderen und denkt nach – über Gutsleberwurst, deutsche Redewendungen, ihre Vergangenheit und das, was die Zukunft möglicherweise für die Mittsechzigerin noch bereithalten könnte. Die letzten 22 Jahre ist sie als Krankenschwester in aller Welt für internationale Hilfsorganisationen im Einsatz gewesen; zuletzt in Nicaragua in einer Klinik, in der die Kollegen ihr ein One-Way-Ticket nach München geschenkt haben, um sie endlich loszuwerden.

Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bücher 2016

Italienische Affären

streeruwitz

Marlene Streeruwitz schickt ihre Heldin für ein Abenteuer nach Italien

Italien ist nach wie vor ein beliebter Schauplatz literarischer Werke. Nicht nur die beiden Protagonisten der frisch mit dem Deutschen Buchpreis prämierten Novelle „Widerfahrnis“ brechen zu diesem Sehnsuchtsort auf, sondern auch die titelgebende Heldin in Marlene Streeruwitz’ Roman „Yseut“. Die Endsechzigerin quartiert sich in einer norditalienischen Villa ein, in der einst Byron gewohnt haben soll. Von dort aus möchte die aus Wien stammende Linguistin einige Drehorte von Antonioni-Filmen abklappern, findet dafür indes nur wenig Zeit. Kaum ist sie in der Villa angekommen, ist sie mit regionalen Machtkämpfen konfrontiert, die im Umkreis der Villa ausgetragen werden. Welche Rolle dabei die Contessa spielt, die das Hotel in der Villa betreibt, bleibt ihr rätselhaft. Genauso rätselhaft wie die Motive des knapp 20 Jahre jüngeren Mafiosos, der trotz seiner brutalen Ausstrahlung, mit allerlei Avancen um Yseut wirbt.

Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bücher 2016

Möchtegern-Gangster

praeauer

Schön schräg – Teresa Präauers Roman über einen Problem-Teenager

Motter, wo ist mein Mobiltelefon?!“, schreit Schimmi aus dem 13. Stock in die Nacht hinaus, wenn seine Mutter ihn mal wieder allein gelassen und vorher das Handy einkassiert hat, damit Schimmi nicht die Telefonkosten in die Höhe treibt. Schimmi heißt eigentlich Jim und ist der jugendliche Held in Teresa Präauers dritten Roman „Oh Schimmi“. Wobei Schimmi vor allem eins ist: ein Maulheld. Der ziemlich überdrehte Teenager hat eine extrem große Klappe, mit der er ordentlich Sprüche klopft, so wie es sich für einen Gangster-Rapper gehört – denn dafür hält er sich in seiner maßlosen Selbstüberschätzung.

Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bücher 2016

Banker auf der Flucht

mogador-sw

Die einen feiern ihn als famosen Romancier von stilistischer Brillanz, die anderen verpönen ihn als Poseur, der sprachliche Hochstapelei betreibe. Die Rede ist von Martin Mosebach, der auch mit seinem neuen Roman („Mogador“) die Zunft der Kritiker erneut in zwei Lager spalten dürfte.

Patrick Elff ist das, was man einen jungen, aufstrebenden Geschäftsmann nennt. Der promovierte Literaturwissenschaftler hat sich von einer möglichen Universitätslaufbahn verabschiedet und sich stattdessen für eine Karriere in einem traditionsreichen Bankhaus entschieden. Dort ist der Mittdreißiger rasch aufgestiegen, allerdings nicht zuletzt aufgrund zwielichtiger Geldgeschäfte, die er auf Wunsch des Vorstands zu aller Zufriedenheit ausgeführt hat. Diese drohen ihm jetzt genauso zum Verhängnis zu werden wie die illegalen Transaktionen eines Mitarbeiters, die er geduldet hat – unter Gewinnbeteiligung versteht sich.

Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bücher 2016

Leben in Trümmern

melle1

Der Schriftsteller Thomas Melle ist manisch-depressiv und erzählt in „Die Welt im Rücken“ mit brutaler Offenheit von den Konsequenzen seiner Krankheit

Die Geschichte des 41-jährigen Schriftstellers Thomas Melle ließe sich spielend leicht als Erfolgsstory erzählen. Melle ist ein geschätzter Übersetzer, gefeierter Theaterautor und prämierter Romancier. Sein Debüt, der Erzählungsband „Raumforderung“ (2008), wurde mit dem Förderpreis des Bremer Literaturpreises ausgezeichnet, sein erster Roman, „Sickster“ (2011) stand auf der Longlist und sein zweiter Roman „3000 Euro“ (2014) auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Zudem sind beide Romane auch als Bühnenfassungen in zahlreichen Theatern zu sehen gewesen. Und in diesem Jahr stand der gebürtige Bonner, der bereits seit vielen Jahren in Berlin lebt, mit seinem neuen Werk, „Die Welt im Rücken“, erneut auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und galt bei vielen Kritikern als Favorit auf die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung, die immer zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse verliehen wird (gewonnen hat den Preis aber mit Bodo Kirchhoff wieder einmal ein anderer).

Weiterlesen

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bücher 2016

Cohen

cohen

All die Abende mit seinen Platten bei Rotwein & Kerzenschein, kein melancholisches Mix-Tape kam ohne ihn aus und kein Gespräch über famose Songtexte – angesichts der Weltlage vielleicht nicht der schlechteste Zeitpunkt, um sich aus dem Staub zu machen. Wünsche ihm eine gute Zeit in der Ewigkeit …

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Blog