Milchbartänze

Blumenthal18

Kurz nach der Jahrtausendwende steigt ein Punk mit grün-blauem Irokesenschnitt und Nieten-Lederjacke im Bermudadreieck auf den Tresen der Milchbar, wo heute das Urlaub ist, und tanzt zu den Sex Pistols. Eine Punkerin schreit vom anderen Ende des Tresens „Ausziehen!“ und der Punk lässt sich nicht zweimal bitten, streift die Lederjacke ab, öffnet den Nietengürtel, zerrt sich das T-Shirt vom Leib, öffnet Knopf und Reißverschluss seiner löchrigen Jeans. Alle Punks grölen, feuern ihn an, der Barkeeper – selbst Punk – dreht die Musik lauter. Die Hose hängt in den Kniekehlen, dann über den Doc Martens, die der Punk noch nicht ausgezogen hat, vielleicht auch gar nicht ausziehen will, vielleicht niemals auszieht (nicht einmal im Bett oder unter der Dusche).

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Ende der Pause – Neujustierung

Marseille17

Nichts ist mehr passiert, hier auf meinem Blog, in den vergangenen vier Monaten. Das muss sich ändern, das soll sich ändern, das wird sich ändern. Allerdings wird der Blog sich dabei vermutlich auch verändern. Die (teils recht ausführlichen) Buchbesprechungen werden nur noch am Rande auftauchen, dafür wird es mehr andere Texte geben – literarische Schnappschüsse, Storys und Schnipsel, Berichte, Miniaturen und kurze Erzählungen. Das zumindest ist das Vorhaben; ob es dann tatsächlich so wird … wer weiß … Aber auf jeden Fall wird wieder mehr passieren!

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Elements of Lehmann

Lehmann

Ein Sven-Regener-Abend 

6. Dezember 2018 um 19.30 Uhr

im Kukoon

Es gibt genügend Gründe, sich einen Abend lang mit Sven Regeners literarischem Werk zu beschäftigen, in die Texte seiner Lehmann-Trilogie reinzuhorchen und zwischendurch Songs seiner Band „Element of Crime“ erklingen zu lassen. Daher werde ich wie schon 2016 und 2017 mein Veranstaltungsjahr mit einem Sven-Regener-Abend im Kukoon ausklingen lassen. In „Elements of Lehmann“ werde ich Auszüge aus Regeners Romanen lesen, ein wenig zu Leben und Werk erzählen und den einen oder anderen Song einspielen.

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Mein letzter Aufschlag

Meine Reihe „Laloire schlägt auf“ feiert in diesem Herbst ihr Fünfjähriges! Ein guter Grund zum Feiern und zugleich ein geeigneter Anlass, um Abschied zu nehmen – und zwar mit einem letzten Aufschlag, der zugleich ein Best-of sein wird aus knapp 30 Vorträgen zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.

Stattfinden wird das Ganze wie gewohnt in der Bremer Stadtbibliothek – und zwar am:

Donnerstag, 15.11. um 18 Uhr in der Krimibibliothek.

Juli Zeh, Max Goldt, Olga Grjasnowa, Wolfgang Herrndorf, Sven Regener, Sibylle Lewitscharoff, Joachim Meyerhoff und über 20 weitere Schriftstellerinnen und Schriftsteller habe ich in den vergangenen 5 Jahren in meiner Reihe vorgestellt. Jedes Mal habe ich mir ein knappes Stündchen Zeit genommen, um die Autor*innen und ihr Werk dem Publikum vorzustellen. Dabei standen stets zwei bis drei Bücher im Fokus, aus denen ich jeweils auch Textauszüge vorgelesen habe, sodass jeder Aufschlag eine Mischung aus Vortrag und Lesung war.

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Speedbooking-Auktion

Hochgeschwindigkeitsbuchvorstellung mit Soli-Auktion & -Verlosung

In den vergangenen Jahren sind einige Bücher zusammengekommen, die ich im Rahmen von Rezensionen, Moderationen und Vorträgen gelesen, besprochen und vorgestellt habe. 50 davon will ich am 28. September ab 20 Uhr im Bremer Kukoon in Hochgeschwindigkeit vorstellen und versteigern.

Das heißt: Ich werde im Schnitt maximal zwei Minuten pro Buchvorstellung haben und jedes Buch anschließend direkt an den Meistbietenden abgeben. Mal schauen, ob das klappt (das Ganze ist eine Premiere) und ob sich genügend Leute einfinden, die bereit sind, Bücher zu ersteigern. Es wäre natürlich schön, wenn viele Leute kommen, denn 50 Bücher an 15 Leute zu versteigern, dürfte vermutlich schwierig werden. Also, kommt zahlreich vorbei – es werden viele famose und gut erhaltene Bücher (in erster Linie Hardcover) unter den Hammer kommen, die in den vergangenen fünf, sechs Jahren erschienen sind.

Alle Einnahmen aus der Auktion fließen als Spende ans Kukoon, um das Kollektiv, das den Laden gekauft und renoviert hat, finanziell zu unterstützen. Gleiches gilt für die Einnahmen aus der Verlosung, bei der 70 – 80 weitere Bücher aus meinem Fundus verlost werden (es gibt keine Nieten, aber dafür vielleicht das eine oder andere Buch, das man unauffällig in die Tasche seines Sitznachbarn gleiten lassen möchte – aber ganz sicher auch viele hauptgewinnmäßige Bücher).

Also, kommt vorbei und bietet mit … 3-2-1…

Der Eintritt ist frei.

Kukoon, Buntentorsteinweg 29, Freitag 28.9., Beginn: 20 Uhr

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Laloire schlägt auf – Heinz Strunk

Donnerstag schlage ich ein letztes Mal regulär in der Stadtbibliothek auf. Dieses Mal widme ich mich dem Schriftsteller, Musiker, Entertainer, Schauspieler und (nicht zuletzt) Hamburger Heinz Strunk – wobei ich (in dem knappen Stündchen, das mir zur Verfügung steht) ausschließlich aufs literarische Werk eingehen werde.

Im Fokus stehen dabei Strunks Debüt – der moderne Klassiker „Fleisch ist mein Gemüse“ – und der hochgelobte Roman „Der goldene Handschuh“ über den Frauenmörder Fritz Honka. Auch der letzte Roman „Jürgen“ sowie der just erschienene Prosaband „Das Teemännchen“ sollen nicht unerwähnt bleiben.

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tod.tschick.herrndorf

LESUNG & VORTRAG

23. August 2018 ab 19:30 Uhr im Kukoon

Auch in diesem Jahr erinnere ich mit der Veranstaltung „tod.tschick.herrndorf“ im Kukoon an den Schriftsteller und Maler Wolfgang Herrndorf, der vor allem durch seinen Jugendroman „Tschick“ zum Kultautor geworden ist und sich am 26. August 2013 erschossen hat.

Als Herrndorf 2010 mit „Tschick“ der Durchbruch als Schriftsteller gelingt, leidet er bereits unter einem Gehirntumor. Er weiß, dass er nicht mehr lange zu leben hat, und stürzt sich in die Arbeit. Neben „Tschick“ vollendet er innerhalb weniger Monate den Agententhriller „Sand“ und arbeitet an einer Art Fortsetzung zu „Tschick“, die 2014 (als unvollendeter Roman) unter dem Titel „Bilder deiner großen Liebe“ erscheint.

Darüber hinaus beschreibt Herrndorf seinen Alltag mit dem Tumor in seinem Online-Tagebuch „Arbeit & Struktur“, das im Herbst 2013 auch in gedruckter Form veröffentlicht wird. Der Autor selbst lebt zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht mehr: Nachdem die Krankheit immer weiter vorangeschritten war, hatte sich der 48-Jährige am 26. August 2013 am Ufer des Berliner Hohenzollernkanals erschossen.

Das Werk von Herrndorf lebt indessen munter weiter, allen voran der Roman „Tschick“, der inzwischen nicht nur Schulstoff ist, sondern in einer Theaterfassung zu den meistgespielten Stücken auf deutschen Bühnen gehört und darüber hinaus von Fatih Akin fürs Kinos verfilmt wurde.

Grund genug, um an Wolfgang Herrndorf zu erinnern. Daher werde ich Auszüge aus seinen Büchern lesen, Videos einspielen, Bilder einblenden und einiges zu Leben und Werk des viel zu früh verstorbenen Schriftstellers erzählen. Dabei werde ich auch auf die Bilder und Zeichnungen eingehen, die Herrndorf hinterlassen hat und die mittlerweile auf Ausstellungen zu sehen sind. Und natürlich wird auch Musik zu hören sein, die im Herrndorf-Kosmos eine Rolle spielt.

Do 23. 8. um 19:30 Uhr im Kukoon, Buntentorsteinweg 29, Bremen

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