Luftballonhinauskatapultierdorfmeister

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Im Mai 2015 war ich in Bremen-Walle im Brodelpott zu Gast bei der Veranstaltungsreihe friendly friday. Dort ist die folgende Aufnahme meines Textes Luftballonhinauskatapultierdorfmeister entstanden, den ich an jenem Abend zum ersten Mal öffentlich gelesen habe. Viel Freude beim Hören!

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Die Stanišić-Show gegen Rotweinflecken

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Rückblick – Leipzig, Buchmesse 3-19

Keiner liest wie Saša Stanišić. Wenn er liest, dann ist das eine Anti-Wasserglas-Lesung, dann ist das eine One-Man-Show, die gar Rotweinflecken auf babyblauen Lieblingshemden vergessen lässt.

Aber von vorne. Leipzig. Buchmesse. Kunterbunter Trubel in den Hallen. So viele Leute, so viele Lesungen, Gespräche, Debatten und Bücher, Bücher, Bücher. Und in diesem Jahr gibt es sogar prächtigen Sonnenschein gratis und kein Schneechaos wie im vergangenen Jahr. Nach all dem Input steige ich am frühen Abend leicht ermattet in den leeren Bus, der vor meiner Nase hält und sich innerhalb von Sekunden mit Menschen füllt. Ohne Zwischenhalt geht´s vom Messegelände direkt zum Hauptbahnhof – und nicht wie sonst mit der zum Bersten gefüllten Straßenbahn, die brav an jeder Haltestelle stoppt, obwohl niemand mehr hineinpasst. Zwischendurch einen kleinen Snack in der City und dann weiter zu den nächsten Lesungen, denn Leipzig liest, liest überall, liest im Schauspielhaus, im Rathaus, im Berufsförderungswerk, im Landgericht, in der Handelsbörse, in der Nietzsche-Wagner-Villa, in der amerikanischen Botschaft, in Buchhandlungen, Bibliotheken, Cafés, Museen, Kirchen, Kneipen, Kulturzentren, Kellern, Galerien, Clubs … und liest natürlich auch im Deutschen Literaturinstitut, also dort, wo man Kreatives Schreiben studieren kann – so wie es einige berühmte Schriftsteller*innen gemacht haben: Clemens Meyer, Olga Grjasnowa, Nora Bossong, Juli Zeh oder eben Saša Stanišić. Auch die frisch ausgezeichnete Gewinnerin des Preises der Leipziger Buchmesse hat dort studiert: Anke Stelling. Oder Schelling? So hat sie zumindest die Moderatorin des ZDF auf dem Blauen Sofa konsequent im ersten Gespräch nach der Preisverleihung genannt. Kann passieren, war schließlich auch eine Überraschung. Favoritin war Stelling sicherlich nicht. Dem Team vom eher kleinen, aber äußerst feinen Verbrecher Verlag sei´s gegönnt.

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Tage am Ufer

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Tagebuchnotiz 12, Paris, Juli 2010

Morgens am Seine-Ufer gegenüber von Notre-Dame unter dem schattenspendenden Geäst der Bäume. Ein Frachter und ein Touristenboot ziehen vorüber, die Schiffsmotoren brummen beruhigend monoton, Wellen klatschen an die Quaimauer, dann wieder Stille, nur aus der Ferne der Klang einer Trompete, jemand spielt „When the Saints go marching in“, während am gegenüberliegenden Ufer ein Mann in den Fünfzigern mit freiem Oberkörper und mehr Haaren auf der Brust als auf dem Kopf skurrile Gymnastikübungen macht, seine hautenge rote Shorts leuchtet dabei in der Sonne, zieht die Blicke der vorüberspazierenden Touristen auf sich, die den Sporttreibenden wie ein seltenes Insekt bestaunen; und wieder schiebt sich ein Frachter ins Bild, erneut ein Boot mit Touristen, die ihre Kameras in die Höhe strecken, aus der Ferne klingt immer noch „When the saints go marching in“ herüber, Wind kommt auf, Blätter segeln in die Seine hinab, Möwen stürzen sich kreischend auf ein Stück Brot, das im Wasser treibt, irgendwo heult eine Alarmsirene auf, Autos hupen, und plötzlich wird alles übertönt von Notre-Dames Glocken, deren Klang anschwillt und für eine Weile alle anderen Geräusche beiseitewischt … dann wieder das Brummen eines Schiffsmotors, das Kreischen einer Möwe, die Hupe eines Autos, das Rascheln der Blätter über mir …

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Zu Besuch bei der alten Dame

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Tagebuchnotiz 6, Paris, Juli 2010

Auf der Île de la Cité. Vor mir: Notre-Dame mit ihren beiden Türmen. Imposant!. Auch die Schlange vor dem Hauptportal. Reihe mich trotzdem ein. Notre-Dame muss sein! Denken vermutlich auch all die anderen. Drinnen im riesigen Kirchenschiff erhabene Schönheit, viel Altehrwürdiges, Kunstschätze und Reliquien, riesige Fensterrosetten. Geschichte pur in jeder Pore, aber kein Ort der Stille. Eine ruhelose Kathedrale. Alles verstopft mit diesen elenden, vor sich hinmurmelnden, mit Mobiltelefonen bewaffneten Touristen. Ich gehöre natürlich nicht dazu (bin schließlich ein kulturinteressierter Flaneur, der sogar ein analoges Notizbuch aus Papier – ja, Papier! – besitzt; außerdem recherchiere ich selbstredend für meinen fulminanten Parisroman beziehungsweise für eine Erzählung, in der Paris … bla, bla, bla … ). Ein Dilemma. Alles. War schon in Sacré-Cœur so. Überall Trubel. Am liebsten ist mir Paris abseits der populären Plätze – in den kleinen Seitenstraßen, auf dem Trottoir vor einem Café, an einer leicht abseitigen Stelle am Seine-Ufer, auf den Stufen einer versteckten Treppe in Montmartre … Weit, weit über mir, das Gewölbe! Dieser Raum! Diese Weite! Gigantisch!

Wieder draußen vor der Kathedrale der mühselige Versuch, mit meiner alten Knipse die kolossale Dame ins Bild zu rücken, möglichst ohne Menschen, die dazwischenlatschen. Könntet ihr mal alle zur Seite gehen, bitte!

Am Ende ein Foto aus der Halbdistanz, geschossen unter den Blättern eines freundlichen Baumes.

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Milchbartänze

Blumenthal18

Kurz nach der Jahrtausendwende steigt ein Punk mit grün-blauem Irokesenschnitt und Nieten-Lederjacke im Bermudadreieck auf den Tresen der Milchbar, wo heute das Urlaub ist, und tanzt zu den Sex Pistols. Eine Punkerin schreit vom anderen Ende des Tresens „Ausziehen!“ und der Punk lässt sich nicht zweimal bitten, streift die Lederjacke ab, öffnet den Nietengürtel, zerrt sich das T-Shirt vom Leib, öffnet Knopf und Reißverschluss seiner löchrigen Jeans. Alle Punks grölen, feuern ihn an, der Barkeeper – selbst Punk – dreht die Musik lauter. Die Hose hängt in den Kniekehlen, dann über den Doc Martens, die der Punk noch nicht ausgezogen hat, vielleicht auch gar nicht ausziehen will, vielleicht niemals auszieht (nicht einmal im Bett oder unter der Dusche).

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Ende der Pause – Neujustierung

Marseille17

Nichts ist mehr passiert, hier auf meinem Blog, in den vergangenen vier Monaten. Das muss sich ändern, das soll sich ändern, das wird sich ändern. Allerdings wird der Blog sich dabei vermutlich auch verändern. Die (teils recht ausführlichen) Buchbesprechungen werden nur noch am Rande auftauchen, dafür wird es mehr andere Texte geben – literarische Schnappschüsse, Storys und Schnipsel, Berichte, Miniaturen und kurze Erzählungen. Das zumindest ist das Vorhaben; ob es dann tatsächlich so wird … wer weiß … Aber auf jeden Fall wird wieder mehr passieren!

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Elements of Lehmann

Lehmann

Ein Sven-Regener-Abend 

6. Dezember 2018 um 19.30 Uhr

im Kukoon

Es gibt genügend Gründe, sich einen Abend lang mit Sven Regeners literarischem Werk zu beschäftigen, in die Texte seiner Lehmann-Trilogie reinzuhorchen und zwischendurch Songs seiner Band „Element of Crime“ erklingen zu lassen. Daher werde ich wie schon 2016 und 2017 mein Veranstaltungsjahr mit einem Sven-Regener-Abend im Kukoon ausklingen lassen. In „Elements of Lehmann“ werde ich Auszüge aus Regeners Romanen lesen, ein wenig zu Leben und Werk erzählen und den einen oder anderen Song einspielen.

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Mein letzter Aufschlag

Meine Reihe „Laloire schlägt auf“ feiert in diesem Herbst ihr Fünfjähriges! Ein guter Grund zum Feiern und zugleich ein geeigneter Anlass, um Abschied zu nehmen – und zwar mit einem letzten Aufschlag, der zugleich ein Best-of sein wird aus knapp 30 Vorträgen zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.

Stattfinden wird das Ganze wie gewohnt in der Bremer Stadtbibliothek – und zwar am:

Donnerstag, 15.11. um 18 Uhr in der Krimibibliothek.

Juli Zeh, Max Goldt, Olga Grjasnowa, Wolfgang Herrndorf, Sven Regener, Sibylle Lewitscharoff, Joachim Meyerhoff und über 20 weitere Schriftstellerinnen und Schriftsteller habe ich in den vergangenen 5 Jahren in meiner Reihe vorgestellt. Jedes Mal habe ich mir ein knappes Stündchen Zeit genommen, um die Autor*innen und ihr Werk dem Publikum vorzustellen. Dabei standen stets zwei bis drei Bücher im Fokus, aus denen ich jeweils auch Textauszüge vorgelesen habe, sodass jeder Aufschlag eine Mischung aus Vortrag und Lesung war.

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Speedbooking-Auktion

Hochgeschwindigkeitsbuchvorstellung mit Soli-Auktion & -Verlosung

In den vergangenen Jahren sind einige Bücher zusammengekommen, die ich im Rahmen von Rezensionen, Moderationen und Vorträgen gelesen, besprochen und vorgestellt habe. 50 davon will ich am 28. September ab 20 Uhr im Bremer Kukoon in Hochgeschwindigkeit vorstellen und versteigern.

Das heißt: Ich werde im Schnitt maximal zwei Minuten pro Buchvorstellung haben und jedes Buch anschließend direkt an den Meistbietenden abgeben. Mal schauen, ob das klappt (das Ganze ist eine Premiere) und ob sich genügend Leute einfinden, die bereit sind, Bücher zu ersteigern. Es wäre natürlich schön, wenn viele Leute kommen, denn 50 Bücher an 15 Leute zu versteigern, dürfte vermutlich schwierig werden. Also, kommt zahlreich vorbei – es werden viele famose und gut erhaltene Bücher (in erster Linie Hardcover) unter den Hammer kommen, die in den vergangenen fünf, sechs Jahren erschienen sind.

Alle Einnahmen aus der Auktion fließen als Spende ans Kukoon, um das Kollektiv, das den Laden gekauft und renoviert hat, finanziell zu unterstützen. Gleiches gilt für die Einnahmen aus der Verlosung, bei der 70 – 80 weitere Bücher aus meinem Fundus verlost werden (es gibt keine Nieten, aber dafür vielleicht das eine oder andere Buch, das man unauffällig in die Tasche seines Sitznachbarn gleiten lassen möchte – aber ganz sicher auch viele hauptgewinnmäßige Bücher).

Also, kommt vorbei und bietet mit … 3-2-1…

Der Eintritt ist frei.

Kukoon, Buntentorsteinweg 29, Freitag 28.9., Beginn: 20 Uhr

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Laloire schlägt auf – Heinz Strunk

Donnerstag schlage ich ein letztes Mal regulär in der Stadtbibliothek auf. Dieses Mal widme ich mich dem Schriftsteller, Musiker, Entertainer, Schauspieler und (nicht zuletzt) Hamburger Heinz Strunk – wobei ich (in dem knappen Stündchen, das mir zur Verfügung steht) ausschließlich aufs literarische Werk eingehen werde.

Im Fokus stehen dabei Strunks Debüt – der moderne Klassiker „Fleisch ist mein Gemüse“ – und der hochgelobte Roman „Der goldene Handschuh“ über den Frauenmörder Fritz Honka. Auch der letzte Roman „Jürgen“ sowie der just erschienene Prosaband „Das Teemännchen“ sollen nicht unerwähnt bleiben.

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