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tod.tschick.herrndorf

Zum vierjährigen Todestag von Wolfgang Herrndorf erinnere ich am 25. 8. mit Vortrag & Lesung im Bremer Kukoon an den Maler & Schriftsteller, der vor allem durch seinen Jugendroman „Tschick“ zum Kultautor geworden ist.

Als Herrndorf 2010 mit „Tschick“ der Durchbruch als Schriftsteller gelingt, leidet er bereits unter einem Gehirntumor. Er weiß, dass er nicht mehr lange zu leben hat, und stürzt sich in die Arbeit. Neben „Tschick“ vollendet er innerhalb weniger Monate den Agententhriller „Sand“ und arbeitet an einer Fortsetzung zu „Tschick“, die 2014 (als unvollendeter Roman) unter dem Titel „Bilder deiner großen Liebe“ erscheint.

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Laloire schlägt auf

Olga Grjasnowa – 15. Juni 2017 um 18 Uhr

Stadtbibliothek Bremen (Krimibibliothek)

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Feine Dichtung

Und so war es in diesem Jahr bei der Eröffnungsgala von poetry on the road.

Am Freitagabend gab es den offiziellen Startschuss für das 18. internationale Literaturfestival „poetry on the road“ im Bremer Theater

Am Anfang steht eine Art Klagegesang. Arabische Verse, die von vertriebenen, ausgebeuteten und im Meer ertrinkenden Menschen berichten. Es sind eindringliche Bilder, die der 38-jährige syrisch-schwedische Dichter Ghayath Almadhoun in seinem teils dialogisch angelegten Langgedicht kreiert. Er schildert eine globalisierte Welt, in der Diamanten- und Waffenhandel, Wohnblöcke zertrümmernde Bomben, Asylsuchende und im Mittelmeer treibende Leichen nicht voneinander zu trennen sind. Es ist ein ebenso berührender wie bedrückender Auftakt eines Schriftstellers, der selbst in einem Flüchtlingslager geboren wurde und seine Lesung seinem zwei Tage zuvor getöteten Onkel widmet.

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Gelungener Poesie-Marathon

Nach Prelaunch I & II geht´s heute offiziell los mit poetry on the road. Wie in den vergangenen Jahren sind bei der Eröffnungsgala wieder Autor*innen aus aller Welt zu Gast im Theater am Goetheplatz. Jedes Mal wieder ein inspirierender Poesie-Marathon! Und so war es im vergangenen Jahr …

Zur Eröffnung des 17. internationalen Literaturfestivals „poetry on the road“ im Mai 2016 

Am Ende, 20 Minuten vor Mitternacht, ist der Kopf vollgestopft mit Poesie, mit einfühlsamen Versen aus Schweden, schwermütigen Gedichten aus Österreich, musikalischer Lyrik aus Jamaika und filigranen Poemen aus Deutschland. Über dreieinhalb Stunden erstreckte sich die Eröffnungsveranstaltung vom 17. Internationalen Literaturfestival „poetry on the road“ im ausverkauften Saal des Bremer Theaters am Goetheplatz. Das lag nicht zuletzt daran, dass die Veranstaltung bereits eine Dreiviertelstunde alt war, als die Moderatorin Silke Behl endlich den ersten Gastpoeten vorstellen durfte. Zuvor gab es den üblichen Vorlauf mit Begrüßung durch die Festivalleitung Regina Dyck (mit einer Rede) und Michael Augustin (mit eigenen Gedichten) und der offiziellen Begrüßung durch die Staatsrätin für Kultur, Carmen Emigholz.

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Hauptsache, die Pointen sitzen

Und so war es in diesem Jahr mit Heinz Strunk alias Jürgen Dose.

Bei der Vorstellung seines neuen Romans im Bremer Schlachthof füttert Heinz Strunk sein Publikum mit Gags und komischen Einlagen

Als Heinz Strunk im vergangenen Jahr mit seinem Roman “Der goldene Handschuh“ auf Lesetour war, konnten jene Zuhörer, die das Buch bereits gelesen hatten, Zeugen einer sonderbaren Verwandlung werden. Strunk präsentierte eine auf 90 Minuten eingedampfte und pointengeschwängerte Zusammenfassung seiner an sich düsteren True-Crime-Story über den Serienmörder Fritz Honka. Von der eigentlich einfühlsamen Milieustudie blieb in der Lese-Fassung nicht viel übrig. Offenbar hatte der Entertainer vermeiden wollen, dass die Fans seines bisher eher humoristischen Werks („Fleisch ist mein Gemüse“, Studio Braun, Fraktus) enttäuscht sein könnten. All jenen, denen „Der goldene Handschuh“ selbst in der klamaukigen Lese-Fassung noch zu harter Tobak war, versprach Strunk abschließend, dass sein nächstes Buch wieder lustiger werde.

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Die Strunk-Show

Heinz Strunk ist wieder auf Lesereise. Sicherlich ein Erlebnis, wenn auch manchmal ein recht fragwürdiges – so wie im vergangenen Jahr, als er seinen eigentlich beeindruckenden Roman „Der goldene Handschuh“ in einer Ulk-Performance verhunzt hat.

Verwandlung eines Romans

Hey, Fleisch ist mein Gemüse“, so habe ihn vor Kurzem irgendein Fremder in der Kneipe angequatscht. Ohne Begrüßung oder Anrede habe der ihm einfach nur den Titel seines Erfolgsromans an den Kopf geworfen, erzählt Heinz Strunk zu Beginn seines Auftritts im Bremer Schlachthof. Ihm selbst behagt das nicht, auf ein Buch reduziert zu werden, dessen Veröffentlichung bereits zwölf Jahre zurückliegt. Allerdings war sein stark autobiografisch gefärbtes Debüt ein Besteller, der sich eine halbe Million Mal verkauft hat und 2008 verfilmt wurde. Dieses Buch ist der Ausgangspunkt für die Erfolge des Musikers, Entertainers und Schriftsellers, der mit bürgerlichem Namen Mathias Halfpape heißt. Mittlerweile kennen ihn viele auch durch seine Auftritte bei Extra 3, die Telefonstreiche mit Studio Braun oder aus der Fake-Dokumentation „Fraktus“.

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Literatur mit Hintergrund

globale

Zahlreiche multikulturell geprägte deutschsprachige Autoren und Autorinnen sind in Bremen zu Gast bei der 10. Ausgabe des Literaturfestivals „globale°“

Vor wenigen Wochen hat die Robert-Bosch-Stiftung angekündigt, dass sie nach 2017 nicht mehr wie bisher den Adelbert-von-Chamisso-Preis stiften wird. Dieser Literaturpreis wird seit 1985 an Autorinnen und Autoren verliehen, deren Werk zwar in deutscher Sprache entsteht, deren Muttersprache jedoch eine andere ist. Selbstredend erhoben sich allerlei Proteststimmen nach der Ankündigung; doch so abwegig ist die Entscheidung nicht, denn tatsächlich stellt sich die Frage, ob Autoren nichtdeutscher Sprachherkunft noch einer speziellen Förderung bedürfen. Nicht zuletzt in den vergangenen zehn Jahren hat sich das, was man früher Migrantenliteratur nannte, als ein zentraler Bestandteil der deutschsprachigen Literaturszene etabliert.

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24 – Urban Santa Claus

W-Paradies

Heiligabend. Am Nachmittag als Weihnachtsmann im Einsatz. Nach meiner ersten Station im Stephani-Viertel habe ich keine Lust, mich noch einmal umzuziehen und entscheide mich dafür, zur nächsten Station in voller Montur aufzubrechen (schwarze Hose und Stiefel, weißer Bart, rot-weiße Mütze, weiße Handschuhe und roter Mantel mit Kapuze – darunter eine Winterjacke und ein mit Watte gefüllter Jutebeutel als Weihnachtsmannwampe).

Den Weihnachtssack – in dem keine Geschenke, sondern meine Zivilklamotten stecken (für die Geschenke gibt es noch einen zweiten Sack) – klemme ich auf den Gepäckträger, dann steige ich auf mein Rad und trete in die Pedale, möglichst ohne dass sich der Mantelsaum zwischen Kettenblatt und Kette verfängt. Nach ein paar Metern kommt mir eine dreiköpfige Familie zu Fuß entgegen. Der vielleicht sechs- oder siebenjährige Junge bleibt abrupt stehen, als er mich sieht, und starrt mich mit offenem Mund an. Ich winke ihm zu, rufe (wie man das vom Weihnachtsmann erwartet) „Ho, ho, ho. Frohe Weihnachten!“ und klingel dazu mit der Fahrradklingel (meine Glocke habe ich in der Manteltasche). Als ich an den Dreien vorbei bin, höre ich hinter mir noch die Stimme des Jungen: „Papa, warum fährt der Weihnachtsmann mit dem Fahrrad?“

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19 – O du lieber Augustin

bobs lobster 

Soeben wurde der kleine Weihnachtsmarkt – der eigentlich kein Weihnachtsmarkt ist, sondern (laut Flyer) „eine feine Alternative“ zum Weihnachtsmarkt – auch vom Beamten des Gesundheitsamtes abgenickt, der seinen Aktenordner auf dem Tresen der am Markt gelegenen Bar aufgeschlagen hat und noch ein paar Formulare abzeichnet, bevor er alles wieder einpackt und sich mit einem Händedruck vom Betreiber der Bar verabschiedet.

Aus der Bar heraus hat man einen perfekten Blick auf den Platz mit den zwei Jurten und der Handvoll Holzbuden, die zusammen die feine Alternative bilden. Draußen tummeln sich nur wenige Leute – vier Mütter mit ihren kleinen, dick eingepackten Kindern, ein halbes Dutzend Glühweintrinker. Es ist zwar schon dunkel, aber noch Nachmittag, der Markt hat vor einer knappen Stunde geöffnet, doch gleich erst geht es so richtig los. Mit Open Stage und einem Konzert, das bestimmt schön werde, meint die Frau, die mir meinen Kaffee reicht. Was das für eine Band sei, die da später spiele, frage ich. Das wisse sie gar nicht so genau, aber es werde bestimmt gut, keine der Bands der letzten Tage habe bisher enttäuscht, es sei immer schön gewesen, sagt sie und lächelt auf eine Art, die es mir unmöglich macht, ihr nicht zu glauben.

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Schönwetterdiktatur

kopenhagenamfluss

Das schöne Wetter machte die Sache nicht besser, im Gegenteil, hätte es wenigstens geregnet, dann hätte er vielleicht zu Hause in seinem Zimmer bleiben können, wäre mit einem Buch und einer Tasse Tee auf seinem Bett liegen geblieben und hätte den Tag vergammelt, aber das ging bei schönem Wetter nicht.

Genau das impfen sie einem als kleinem Kind schon ein, dachte er, als er am Vormittag in seinem alten Opel Kadett sinnlos durch Bremen fuhr, dass man bei schönem Wetter auf keinen Fall zu Hause bleiben darf, das kriegt man nie wieder raus, dachte er, als er sich ein bisschen am Osterdeich ans Weserufer setzte und darauf wartete, dass ein Bockschiff vorbeikäme, dem er hinterherschauen konnte.“

Sven Regener: Neue Vahr Süd

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